— 268 — Sein goldbordirter Hut hatte einen weißen Federſaum, die Auszeichnung der Marſchälle von Frankreich. Seine Hal⸗ tung war die eines ritterlichen Kriegsmannes. Er kam zum Hof herein, und in dem Augenblick, wo er ſich vor den bei⸗ den jungen Leuten befand, hielt er ſein Pferd an und warf die goldnen Zügel ſeinem Reitknecht zu. Dieſer fragte: „Wo ſoll ich auf den Herrn Herzog warten?“
„Am Ende der Allee,“ erwiderte der Marſchall, zog den Hut vor Jemand ab, den Agricola und Angela nicht ſahen, und ging raſch auf denſelben zu.
Bald erſchien an der Biegung des Baumgangs ein alter Mann, deſſen Geſicht das Gepräge der Willenskraft und des Verſtandes trug. Er hatte einen ſehr ſaubern Kittel an. Sein weißes Haar war mit einer Tuchmütze bedeckt. Die Hände in den Taſchen verborgen, rauchte er ruhig einen alten Meerſchaumkopf.
„Guten Tag, lieber Vater!“ ſagte der Marſchall und um⸗ armte den alten Handwerker, der ihn ſeinerſeits mit Innig⸗ keit an ſein Herz drückte.
„Setz doch Deinen Hut auf,“ ſagte der Greis. „Du biſt ja gewaltig geputzt.“
„Ich habe eben einer Muſterung hier in der Nähe beige⸗ wohnt und die Gelegenheit benutzt, um früher bei Ihnen zu ſeyn.“
„Ah! das wird mich hindern; meinen Enkelinnen den ge⸗ wöhnlichen Sonntagskuß zu geben.“
„Nicht doch, Vater. Sie kommen mit Dagobert heraus⸗ 8 gefahren.“
„Was fehlt Dir denn? Du ſiehſt ja ſorgenvoll aus.“ 3
„Allerdings,“ erwiderte der Marſchall mit düſterer Miene. „Ich habe Ihnen ernſte Dinge mitzutheilen.“
„Komme niz auf mein Zimmer,“ ſagte der Greis beunruhigt.


