Teil eines Werkes 
6. Band (1844)
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Viertes Kapitel.

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Der Marſchall Peter Simon, Herzog von Ligny, war ein Mann von hohem Wuchs, einfach gekleidet in einen bis oben zugeknöpften blauen Ueberrock, in deſſen oberſtem Knopfloch ein Stück rothes Bändchen befeſtigt war. Man konnte kein offeneres, ehrlicheres, ritterlicheres Geſicht ſehen als das des Marſchalls. Seine Stirne war breit, ſeine Naſe gebogen, ſein Kinn ſtark ausgeprägt. Seine Haut war von der indi⸗ ſchen Sonne gebräunt. Seine kurz geſchnittenen Haare waren an den Schläfen ergraut, aber ſeine Augenbrauen wuren noch ſo ſchwarz wie ſein ſtarker herabfallender Schnurrbart. Sein freier kühner Gang und ſeine entſchiedenen Bewegungen verriethen die Heftigkeit eines Kriegsmannes. Die warme Herzlichkeit ſeines Wortes fand unſchwer Anklang in dem Gemüth eines jeden, mit welchem er zu thun hatte. Ein⸗ ſichtsvoll und unerſchrocken, edelmüthig und aufrichtig, zeigte er einen männlichen plebejiſchen Stolz. Wie Andere ſich etwas auf ihre hohe Geburt einbilden, ſo that er ſich etwas darauf zu gut, von niedrigen Herkunft zu ſeyn, weil dieſelbe geadelt war durch den ſtreng republikaniſchen Sinn ſeines Vaters, eines verſtändigen und arbeitſamen Handwerkers, der ſeit vierzig Jahren die Ehre, der Stolz und das Muſter der Arbeiter war. Indem er dankbar den ariſtokratiſchen Titel annahm, mit welchem der Kaiſer ihn geſchmückt, hatte er ge⸗ handelt wie zartfühlende Leute, welche von Freundeshand ein völlig nutzloſes Geſchenk mit Dank hinnehmen um der Hand willen, die es darbietet.