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Gewalt dieſer ehrgeizigen Pfaffen gehört einem andern Zeit⸗ alter an. Sie ſind, Gottlob! für immer verſchwunden.“
„Freilich ſind ſie verſchwunden,“ verſetzte Rodin verſtehn es, unter gewiſſen Umſtände unſichtbar zu machen. Aber gerade dann ſind ſte am gefähr⸗ lichſten. Denn das Mißtrauen, welches ſie früher eingeflößt hatten, verliert ſich, und ſie ihrerſeits ſind ſtets im Dunkeln wach O, werthes Fräulein, wenn Sie nur ihre erſchreckliche Gewandtheit kennten! In meinem Haß gegen Alles, was Unterdrückung, Feigheit und Heuchelei heißt, hatte ich die Geſchichte dieſer furchtbaren Geſellſchaft ſtudirt, ehe ich wußte, daß der Abbé Aigrigny zu ihr gehörte. O, das iſt zum Entſetzen! Wenn Sie nur wüßten, welche Mittel dieſe Menſchen anwenden. Mit ihrer teufliſchen Liſt verbergen ſie unter dem Schein der reinſten Abſichten, der größten Er⸗ gebenheit oft die fürchterlichſten Fallſtricke.“ — Rodin ließ hier ſeinen Blick ſcheinbar zufällig auf der Mayeur weilen. Da er aber bemerkte, daß Adriana dieſe Andeutung nicht verſtand, ſo fuhr er fort: „Mit einem Wort: ſobald Sie Gegenſtand der Verfolgung dieſer Menſchen ſind, ſobald den⸗ ſelben daran gelegen iſt, Sie zu berücken, dann müſſen Sie Mißtrauen hegen gegen Alles, was Sie umgibt, Argwohn gegen die edelſte Anhänglichkeit, gegen die reinſte Zuneigung. Denn dieſen Ungeheuern gelingt es oft, Ihre beſten Freunde zu beſtechen und aus denſelben Helfershelfer zu machen, die
um ſo furchtbarer ſind, je blinder Ihr Vertrauen iſt.“
„„denn ſie n ſich zu zerſtreuen und
„Nein, das iſt unmöglich!“ rief Adriana empört. „Sie übertreiben. Nein! die Hölle hätte nichts abſcheulicheres träumen können, als ſolche Verräthereien!“
„Werthes Fräulein!“ fuhr Rodin fort, „einer Ihrer Ver⸗ wandten, Herr Hardy, ein Mann von dem redlichſten, edel⸗ ſten Herzen, iſt auf dieſe Weiſe ſchändlich verrathen worden. — Und dann, wiſſen Sie, was wir aus dem Teſtament Ihres Vorfahren erſehen haben? Daß derſelbe umgekommen iſt als Opfer dieſer Menſchen, und daß jetzt noch, nach hun⸗ dertundfünfzig Jahren ſeine Nachkommen fortwährend die Zielſcheibe des Haſſes dieſer unzerſtörbaren Geſellſchaft ſind“
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