daß der Herr dieſes Hauſes einer der ergebenſten Laien⸗
—
15
Rodin drehte den Kopf links und rechts, winkte ſeine Zu⸗ hörer noch näher zu ſich und flüſterte langſam: „Es iſt — — die Geſellſchaft Jeſu.“
Rodin ſchauderte, indem er dieſe Worte ſprach.
Adriana von Cardoville lachte laut auf und rief: „Die Jeſuiten!“! Nach den Unſchweifen welche Rodin gemacht hatte, war ſie auf eine Offenbarung gefaßt geweſen, die ihrer Meinung nach viel ſchrecklicher ſeyn müßte. „Die Jeſuiten!“ widerholte ſie lachend. „Ei, die eriſtiren ja bloß in den Büchern. Das ſind, wie ich glaube, ſehr erſchreckliche, hiſto riſche Perſonen. Aber warum ſollte man der Frau von St. Dizier und dem Herrn von Aigrigny die Vermummung von Jeſuiten leihen? Rechtfertigen ſie nicht ſchon ſo, wie ſie ſind, hinlänglich meinen Widerwillen und meine Ver⸗ achtung?“
Rodin ließ das Fräulein ausreden und fuhr dann im Ton des Ernſtes und tiefer Ueberzeugüng fort: „Ihres Verblendung erſchreckt mich. Die Vergangenheit ſollte Sie beſorgt wegen der Zukunft machen, denn Sie haben mehr als irgend jemand die unheilvolle Thätigkeit dieſer Geſellſchaft empfunden, deren Daſeyn Sie als einen Traum betrachten.“
„Ich?“ fragte Adriana lächelnd, wiewohl ein wenig überraſcht.
„Ja, Sie.“
„Bei welcher Gelegenheit?“
„Sie fragen mich das? Und Sie ſind hier als wahnſinnig eingeſperrt worden? Können Sie nicht daraus entnehmen,
brüder dieſer Geſellſchaft iſt, und als ſolcher das blinde Werk⸗ zeng des Abbé Aigrigny?“
„Alſo — — Doctor Baleinier — —?“ ſagte Adriana, dieß Mal ohne zu lächeln.
„Dem Abbé Aigrigny, dem gefihrlichſten Oberhaupt dieſer gefährlichen Geſellſchaft gehorſam, wendet er ſeine Geiſtes⸗ kräfte zum Vöſen an. Aber man muß geſtehen, er iſt ein Mann von großem Verſtand. Darum müſſen Sie, ſobald


