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dings nicht wiſſen ſoll, wer der unbekannte Freund iſt, der ihm zu Hülfe kommt. Ich wünſche, daß mein Name, vor ihm nicht ausgeſprochen wird und daß er nicht einmal etwas von meinem Daſeyn erfährt — wenigſtens für jetzt nicht. Später, in einem Monat etwa, werd' ich ſehen. Die Um⸗ ſtände werden mich beſtimmen.“
„Aber wird dieß Incognitv nicht ſchwer zu bewahren ſeyn?“ wandte Rodin ein, ſeinen Verdruß verbergend.
„Allerdings wäre es ſchwer geweſen, wenn der Prinz meinen Pavillon zur Wohnung erhalten hätte. Die Nach⸗ barſchaft meiner Tante hätte ihn auf meine Spur bringen können, und eben darum habe ich auf meinen urſprüng⸗ lichen Plan verzichtet. Aber jetzt ſoll der Prinz in einem entfernten Stadttheil wohnen, in der Blancheſtraße. Wer wird ihm verrathen, was ihm verborgen bleiben ſoll? Einer meiner alten Freunde, Herr Norval, Sie, geehrter Herr, und dieß gute Kind hier, auf deſſen Verſchwiegenheit ich rechnen kann, wie auf die Ihrige, Sie allein kennen mein Geheimniß. Es wird alſo ſorgfältig bewahrt bleiben. Uebrigens wollen wir morgen weiter darüber ſprechen. Vor allen Dingen müſſen Sie den armen Prinzen ausfindig machen.“
Rodin war wüthend über den plötzlichen Entſchluß Adria⸗ nens in Betreff Dſchalmas. Aber er verbiß ſeinen Grimm und ſagte: „Ihrem Wunſch ſoll genau nachgelebt werden, theures Fräulein. Morgen, wenn Sie es erlauben, werd' ich Ihnen Bericht erſtatten über mein Geſchäft, welches, wie Sie vorhin die Güte hatten zu ſagen, mir von der Vor⸗ ſehung zugewieſen iſt.“
„Alſo morgen; ich erwarte Sie mit Ungeduld,“ erwiderte Adriana liebreich. „Erlauben Sie mir, ſtets auf Sie zu zöhlen, gleichwie Sie von heut an ſtets auf mich rechnen können. Sie müſſen Geduld mit mir haben, denn ich ſehe voraus, ich werde noch vielfach Ihre Rathſchläge und Ihre Dienſte in Anſpruch zu nehmen haben, — ich, die ich Ihnen ſchon ſo viel verdanke.“


