Teil eines Werkes 
1. Bandes 2. Theil (1847)
Entstehung
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ueberraſchung entdeckte, denn nie bis dahin hatte Madame Pertine Bruyèren den obern Theil des Schranks geoffnet, der dieſes Gemaͤlde enthielt und verbarg.

um nun dieſer ſie in Verlegenheit ſetzenden Lage ein Ende zu machen und die Aufmerkſamkeit von Mad. Per⸗ rine auf ſich zu ziehen, huſtete das junge Maͤdchen ein wenig, dann ſtaͤrker, und endlich ſtieß ſie lärmend an einen Stuhl, da Mad. Perrine immer nachdenkend in ihre Traͤu⸗ mereien verſenkt blieb. Bei dieſem ploͤtzlichen Lärmen bebte dieſe zuſammen, ſtand lebhaft auf und verſchloß ſchnell die beiden Schrankthuͤren, um das Portrait zu verbergen, waͤh⸗ rend ſie eben ſo geſchwind die beiden Briefe und das Mi⸗ niaturgemaͤlde Martins in die Taſche ſteckte. Dann wen⸗ dete ſie ſich zu Bruykre und ſagte ſanft, doch etwas verlegen zu ihr:

„Guten Abend ... mein Kind ich hatte Dich nicht geſehen.“

„Ich war eingetreten, ohne daß Sie mich gehoͤrt hatten, Frau Perrine,“ antwortete Bruytre, wegen der Indiscretion, die ſie, ohne es zu wollen, begangen hatte, beſtuͤrzt; „ich machte ein wenig Laͤrmen, damit Sie bemerkten, ich ſei da. Entſchuldigen Sie.“

Mad. Perrine ſtreckte dem jungen Maͤdchen liebevoll die Hand entgegen, welche dieſe an die Lippen drückte.

„Da die Stunde, wo Du gewoͤhnlich zu kommen pflegſt, voruber war,“ fuhr Mad. Perrine fort, „ſo erwartete ich Dich nicht mehr, mein Kind.“