ein ſeltſames Gemiſch hohen Verſtandes, feſten Entſchluſſes und milder Guͤte aus. Sein Laͤcheln war ſanft, obgleich etwas traurig, als ob eine vorzeitige Kenntniß der Men⸗ ſchen ſein Herz ſchmerzlich beruͤhrt haͤtte, ohne ſeine angebo⸗ rene Guͤte zu veraͤndern. Sein Blick ſchien zugleich nachden⸗ kend und durchdringend. Uebrigens fehlte es ſeinen Zugen an Regelmaͤßigkeit, ſeine Lippen waren dick, die Naſe lang, das Geſicht breit, nur die Augen allein köſtlich und von einem Laſurblau das bewundernswerth mit ſeinem ſehr kurzen und glatten blonden Haare und einem dichten Schnur⸗ barte von gleicher Art harmonirte.
Stellung wie Charakter der Zuͤge dieſes Fuͤrſten gaben eine außerordentliche Einfachheit kund, und wir wuͤrden ſa⸗ gen eine eben ſo große Gutmuͤthigkeit, wenn man nicht an⸗ naͤhme, daß dieſe mit Energie unvereinbar ſei. Seine kräf⸗ tige, hohe Geſtalt, ſeine breite, gewoͤlbte Bruſt, ſeine brei⸗ ten Schultern, ſein fleiſchiger Hals, ſeine muskuloͤſen Haͤnde verriethen einen mehr plebejiſchen als ariſtokratiſchen Typus und kuͤndigten Kraft und Geſundheit an.
Wir ſprachen bereits von den Nebenſachen dieſes Ge⸗ maͤldes, ſie waren zahlreich und ſonderbar.
Mitten auf dem duͤſtern und ſaftigen Hintergrunde des Portraits zeichneten auf zwei Altaͤren, ohne Zweifel als Zeichen frommer Anbetung ſtehend, zwei Buͤſten ihr ſtren⸗ ges Profil von weißem Marmor, das der Kuͤnſtler in my⸗ ſteriöſem Halbſchatten gemalt hatte. Die Eine dieſer Buͤſten ſtelle Brutus dar.


