Dieſer Greis verdankte dem Mitleide des ſelbſt ſehr armen Pachters dieſen Winkel und das Wenige grober Nahrung, das er mit den Dienſtleuten theilte. Lange Jahre hindurch hatte Vater Jacques, ſo hieß der Greis, in dieſer Pachtung gearbeitet, anfangs beim Ausroden, als aber dieſe ſchwere, mitten in moraſtigen Ebnen vorzunehmende Arbeit bei ihm die erſten Kennzeichen ſeiner ſchrecklichen Krankheit entwickelt, hatte der Pachter, der ſich auf ſei⸗ nen Eifer und ſeine Redlichkeit verlaſſen konnte, ihm ſeine Heerde anvertraut. Die Geſchaͤfte eines Hirten verlangen, obgleich Thaͤtigkeit, doch nicht wie Handarbeit und Aus⸗ rodung eine Anwendung tuͤchtiger Kraͤfte. So behielt Va⸗ ter Jacques die Huͤtung der Heerde bis zu dem Tage wo er gaͤnzlich gelähmt und geradezu in zwei Theile gebogen, kraft⸗ los auf die Streu fiel, von der er nicht wieder aufſtehen konnte. Die Vereinſamung, in welcher man ihn in der Tiefe dieſes Stalles ließ, die Pein ſeiner unheilbaren Schmerzen, das Bewußtſein, nur durch den Tod befreit werden zu können, hatten den Greis in eine tiefe Apathie geſturzt, die ſich beſonders durch eine hartnaͤckige Schweig⸗ ſamkeit auszeichnete. Die einzige beguͤnſtigte Perſon, bei welcher er ſein gaͤnzliches Schweigen brach, war Bruydre.
Manche, von der Natur eben ſo eigenthuͤmlich als be⸗ wufndernswurdig begabt, werden als Geometer, Aſtronomen, Maler, Muſiker u. ſ. w. geboren. Durch welche ge⸗ heimnißvolle Erſcheinung erreichen und uͤberſchreiten ſolche be orzugte Organiſationen ſehr oft ohne Muhe und auf den


