Teil eines Werkes 
1. Bandes 2. Theil (1847)
Entstehung
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Mäbchen richtete traurig ihr Auge auf ein für ſie nicht neues Bild, das ſie aber dennoch ſtets mit neuem Schmerze durchdrang.

Eine Streu von Roggenſtroh bedeckte den von Schnee und Regen feuchten Boden, kaum durch einige Buͤndel auf Stangen gelegtes Geniſte geſchuͤtzt, welches hier die Dachung erſetzte, deren durchbrochenes und zerbrockeltes Zim⸗ merwerk gegen den blauen Himmel des Firmaments, an dem der Mond eben glaͤnzte, ſchwarz abſtach.

Auf dieſer ſchmutzigen und faulen Streu, ſchmutziger und fauler als die des Viehs im Stalle, bewegte ſich ſchwach eine menſchliche Geſtalt, halb in einige Lumpen einer Decke gehuͤllt. Es war das ſchrecklichſte und herzzerreißendſte Bild, das Alter, Elend und unheilbare Krankheiten darbieten konnten.

Man ſtelle ſich einen Greis von 80 Jahren vor, ſo ſeltſam und ſchauderhaft gelähmt, daß man hätte ſagen mögen, eine unbarmherzige Gewalt hätte in dem Augen⸗ blicke, wo er eine Furche mit herabgebeugter Stirn umgrub, ihn durch ſchnelle Erſtarrung lähmend, dieſen Ungluͤcklichen dazu verurtheilen wollen, ſtets mit Leib und Geſicht zur Erde gewendet fortzuleben.

Und es war nicht eine jener eben ſo ſeltnen als ſchmerz⸗ lichen Erſcheinungen, wie ſie hie und da die Wiſſenſchaft aufgezeichnet hat. Wer iſt nicht allzuoft auf dem Lande Greiſen, Maͤnnern und Frauen begegnet, die ſich, dem Wort⸗

verſtande nach, zur Haͤlfte umgebogen mittelſt eines Stocks Murtin. I. 3