Teil eines Werkes 
1. Bandes 2. Theil (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—

Lippen beim Anblicke der wirklich bewundernswerthen Ord⸗ nung, die in dieſem Schuppen herrſchte. Das gefiederte Volkchen war ſchon ſymmetriſch darin nach Maaßgabe des Wuchſes untergebracht. Die Kleinſten aus der Heerde, die zuerſt eingetreten, hatten ſich nach der ihnen von Bruyere beigebrachten Gewohnheit, auf die oberſte der drei einfachen hoͤlzernen Stangen geſetzt, die eine uber die andre zuruͤcktte⸗ tend angebracht waren. Der Beobachtungsinſtinkt und die Intelligenz des jungen Mädchens hatte, die unbegreif⸗ liche Gelehrigkeit mit der älle Thiere begabt find, errathend, in ihrer niedern Sphaͤre durch Geduld und Sanftmuth dieſe Wunder bewirkt.

Noch ganz klein hatte Bruyere in einem fruͤhen Ge⸗

fuhle von Schamhaftigkeit und Selbſtachtung, eines

der hervorſtechendſten Zuge ihres Charakters, einen unbeſieg⸗ baren Widerwillen empfunden, die gemeinſame Streu zu theilen, wo in dieſer Meierei, wie in allen andern, Maͤgde und Knechte im Hintergrunde irgend eines Stalles ohne Unterſchied von Alter und Geſchlecht untereinander ſchliefen. Bruydre hatte vom Pachter die Erlaubniß erhalten ſich uber dem Huͤhnerſtalle, im Zimmerwerke, gleichſam wie ein Schwalbenneſt einen kleinen Schlupfwinkel vorzubehalten, zu dem ſie mit der Gewandtheit einer Katze auf den Stie⸗ gen, wo die Huͤhner ſaßen, kletterte. Das Kind fand we⸗ nigſtens in dieſer Art von Neſte, austapezirt mit Moos und getrocknetem Farnkraut mit wohlduftenden Kraͤutern untermiſcht, ein geſundes Lager und die fuͤr ihr Alter und