Druckschrift 
Die Marquise Cornelia d'Alfi oder Der Annecy-See und seine Umgebungen / von Eugène Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
Einzelbild herunterladen

WMein Gewiſſen iſt anch ruhig. Die Strafe zögert zuwei⸗ len oder weicht vor dem erwachten Gewiſſen zurück, doch ſie trifft unerbittlich den verhärteten Verbrecher!

Die Marquiſe d'Alfi. Ich gehöre zu dieſen . Erweiſen Sie mir die Ghre und die Gnade, es zu glauben. Robert.

Ich werde Ihnen dieſe Gnade erweiſen, das wird die einzige ſein ...

Die Marquiſe d'Alfi.

Ich will keine andere.

Robert.

Ich ſagte Ihnen, es gebe nichts ſo feig Grauſa⸗ mes als Ihre Verdorbenheit. Sie haben zum Selbſtmorde angetrieben, Sie haben getödtet, wen? Ein armes, harmloſes, vertrauensvolles Geſchöpf . . ein Kind .. (Er hält einen Augenblick inne, die Thränen erſticken ſeine Stimme, doch er überwältigt ſeine Gemüthsbewegung.) Sie behielten, als Sie Ihr grauſames Gewebe anzettelten, die ganze Scharf⸗

ſichtigkeit des kalten Laſters; der unglückliche Knabe war berauſcht, geblendet durch die Leidenſchaft Sie ha⸗ ben ſo die ſtolze Kühnheit gehabt, ihn . . . mit einer Binde auf den Augen! zum Abgrunde zu führen und

hinabzuſtoßen. Die Marquiſe dAlfi. . Ich werde dies, wenn es Ihnen beliebt, ganz anders anſehen. (Sie unterbricht ſich ſchauernd und ſchüttelt den Schnee ab, mit dem ihre Kleider ſchon bedeckt ſind) Ich bitte um Verzeihung, wiſſen Sie, daß die Kälte ſehr ſcharf zu werden anfängt? Der Schnee fällt in großen Flo⸗ cken, ſehen Sie, er ſteigt ſchon bis an unſere Knöchel. Meine Füße ſind eiskalt ich fühle ſie nicht mehr Das iſt, wie Sie ſich wohl denken können, nicht eine Klage, die ich ausdrücke, mein lieber Herr,