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Die Marquise Cornelia d'Alfi oder Der Annecy-See und seine Umgebungen / von Eugène Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
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vrientaliſchen Gebräuche hatte, halb auf mehreren Kiſſen im Hintergrunde des grünen Cabinets.

Die Frau Marquiſe d Alfi war, wie man nach dem in ihrem Paſſe eingetragenen Signalement hat bemerken können, jung, von einer merkwürdigen Schönheit und von hohem Wuchſe; doch dieſem unvollſtändigen Signa⸗ lement fügen wir bei: ſchlanker, vollendeter Wuchs, breite Schultern, Füße eines Kindes, Hände würdig einer Madonna von Raphael, gebieteriſche Haltung des Kopfes, roſige, bei der geringſten Anfregung bebende Naſenflügel, ſpöttiſche rothe Lippen, ſchwarze Augenbrauen, gebogen über großen Augen von jenem Azur, der oft die Farbe des Stahls iſt . . ergreifende Phyſiognomie, voll Kühn⸗ heit und Spott, voll Hochmuth und Ironie.

Cornelia, wenn ſie nicht ausging, gefiel ſich aus Laune darin, in ihren Kleidern an die orientaliſche Mode zu erinnern; ſie trug an dieſem Abend natürliche Blu⸗ men von Jasmin und Granatbaum in ihren ſchönen, auf griechiſche Weiſe um ihre kühne Stirne gerollten Haar⸗ flechten; ihre, mit weißer Seide geſtickte, albaneſiſche Oberweſte von orangefarbigem Taffet mit kurzen weiten Aermeln fiel bis auf die Hüften herab und entblößte den Leib von indiſcher Monſſeline, verziert mit ſilbernen Streifen, welche in den Stoff eingewoben waren.

Faſt ganz auf ihren Kiſſen liegend, einen von ihren Armen unter ihren Kopf zurückgebogen, die Augen halb geſchloſſen, am Ende ihres reizend geformten Fußes ihren türkiſchen Pantoffel von ſilbergeſticktem rothem Sammet ſchaukelnd, betrachtete die Marquiſe d'Alfi die leichten bläulichen Wolken einer Cigarette von Smyrner Tabak⸗ die ſie langſam rauchte.

Fauſtine, die Kammerfrau und Vertraute von Cor⸗ nelia, ſtickte einige Schritte von ihrer Gebieterin ſitzend, welche ſchweigſam und tief in Gedanken verſunken fort⸗ während das Aroma des türkiſchen Tabaks einathmete; doch nach einigen Angenblicken hob ein langer Seufzer