Prolog. .
In den erſten Tagen des Monats April 1816, an einem ſchönen, ſonnigen Frühlingstage, war das Bou⸗ levard de Gand, damals in Paris ſehr in der Mode, überſtrömt von Spaziergängern, welche zwiſchen den zwei Reihen ſitzender Perſonen umherſchweiften; da und dort bemerkte man in der Menge fremde Uniformen, da das verbündete Heer Frankreich noch beſetzt hielt.
Unter den Perſonen, welche an der Ecke des Boulevard und der Rue Taitbout ſaßen, wo Café Tortoni, damals der gewöhnliche Sammel
platz der ehemaligen königlichen Freiwilligen
und vieler preußiſcher und öſterreichiſcher Officiere von höherem Grad, befanden ſich auf nahe beiſammen ſte⸗ henden Stühlen zwei Frauen mit ihren Gatten; ſie kannten ſich nicht; die Eine hatte an ihrer Seite ihren Sohn, ein Kind von vier Jahren von reizendem Ant⸗ litz. Dieſe blonde, merkwürdig hübſche junge Frau hieß Madame Delmare, ſie war, wie man damals ſagte, à l'anglaise friſirt und außerordentlich elegant gekleidet. Herr Delmare, ihr Gatte, ein Mann von reiferem Die Kinder der Liebe.


