— ——
ſich gegen Dagobert) „eben ſo ehrenvoll iſt für die, welche ſie veranlaſſen, wie für den, welcher ſie beweiſt.“
„Ja, Madame,“ ſagte Dagobert, „ich mache mir eine Ehre daraus, und ich weiß warum. Aber da kommt Roſa mit ihrem Schatz.“
Roſa kam aus ihrer Kammer mit einem wohlgefüllten ſeidenen Beutelchen und überreichte es der Fürſtin. Dieſe hatte verſchiedene Male, ohne daß Dagobert es bemerkte, den Kopf nach der Thür umgedreht, als ob ſie jemand er⸗ warte. „Madame,“ ſagte Roſa, „wir möchten gern mehi geben, aber das iſt Alles, was wir haben.“
„Was? Gold?“ ſagte die Betſchweſter, indem ſie mehre Louisd'vr durch die Maſchen des Beutels blinken ſah. „Fräu⸗ lein, Ihre beſcheidene Gabe iſt von einer ſeltenen Reichlich⸗ keit. Gewiß war dieſe Summe für Ihre Vergnügungen, für Ihren Putz beſtimmt. Um ſo rührender iſt dies Geſchenk. O, ich hatte nicht zu viel von Ihrem edlen Herzen erwartet! Sie legen ſich Entbehrungen auf, die für Mädchen oft ſchmerz⸗ lich ſind.“
„Madame,“ erwiderte Roſa verlegen, „glauben Sie, dieſe 8½ iſt keine Entbehrung für uns.“
O, ich glaube Ihnen,“ ſagte huldvoll die Fürſtin. „Sie ſind zu hübſch, um der Hülfsmittel der Toilette zu bedürfen, und ihre Seele iſt zu ſchön, um nicht die Freude am Wohl⸗ thun jedem andern Genuß vorzuziehen.“
„Madame — —“ begann Roſa.
„Nein, Fräulein,“ ſagte die Fürſtin lächelnd, indem ſie ihre gutmüthige Miene annahm, „laſſen Sie ſich durch dies Lob nicht beſchämen. In meinem Alter ſchmeichelt man nicht. Ich ſpreche zu Ihnen als Mutter — was ſage ich? — als Großmutter, denn ich bin alt genug dazu.“
„Wir würden uns glücklich ſchätzen,“ erwiderte Roſa, „wenn unſer Almoſen einige der Uebel lindern könnte, zu deren Erleichterung Sie milde Gaben ſammeln. Dieſe Uebel müſſen ſchrecklich ſein.“
„Gewiß ſind ſie ſchrecklich, “betheuerte mit betrübter die Betſchweſter. „Was einigen Troſt bei ſolchem Ungl gibt, iſt der Anblick der mitleidigen Theilnahme, welch in allen Klaſſen der Geſellſchaft erweckt. In meiner e


