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Erſtes Kapitel.
3 Jage nach der Ausſöhnung des Marſchalls Si⸗ mon mit ſeinen Töchtern befand ſich Rodin im Hötel St⸗ Dizier. Er ſtand, wie gewöhnlich, und lehnte ſich mit dem Rücken ans it die Hände in den hinteren Taſchen ſeines alten braune Rocks. Seine plumpen ſchmutzigen Schuhe hat⸗ ten ihre Spuren auf dem Hermelinteppich vor dem Kamin gelaſſen. Auf ſeinem Leichengeſicht lag hohe Zufriedenheit. Die Fürſtin von St. Dizier, mit der behutſamen Koketterie, wie ſie einer Kirchenmutter ziemt, gekleidet, wandte die Au⸗ gen nicht von Rodin ab, welcher den Marquis ganz bei ihr ausgeſtochen hatte. Vor der Ruhe, der Kühnheit, dem tiefen Verſtand, dem derben, gebieteriſchen Weſen des Er⸗Soeius beugte ſich dies ſtolze Weib. Sie fühlte aufrichtige Bewun⸗ derung dafür, ja ſie fand faſt etwas anziehendes darin. Sogar die eyniſche Schmutzigkeit und die Grobheit, mit wel⸗ cher er oft Andere im Geſpräch abfertigte, hatten für ihren verdorbenen Geſchmack etwas reizendes, was ſie den feinen Formen und der duftigen Zierlichkeit des ſchönen Pater Aigrigny vorzog.
„Ja, Madame,“ ſagte Rodin ſeiner aufmerkſamen Zuhö⸗ verin im Ton der Ueberzeugung, (denn dieſe Leute werfen nie die Larve ab, ſelbſt nicht bei Mitſchuldigen) „die Nach⸗
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