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und Blanca vor Schrecken außer ſich geriethen und, Alles 1
vergeſſend, ihrem Vater weinend und liebkoſend um den Hals * fielen. Es war wie ein elektriſcher Schlag, der die drei 3
Herzen mit einander verſchmolz. Ohne ſich ein Wort geſagt 5
zu haben, verſtanden ſie ſich jetzt. Die leeren Befürchtungen,
3 die falſchen Zweifel, die lügenhaften Rathſchläge — Alles 3 35 war gewichen vor dem unwiderſtehlichen Drang, der die Töch⸗ ⸗ ter in die Arme des Vaters warf. Eine plötzliche Offen⸗ barung gab ihnen den Glauben in dem verhängnißvollen ſ 32 Augenblick, wo ein unheilbares Mißtrauen ſie für immer 4 trennen wollte. 6
Alles das fühlte der Marſchall in einer Seeunde, aber die
Worte fehlten ihm, es auszudrücken. Bebend küßte er Stirn und Haar und Hände ſeiner Kinder, weinte, ſeufzte und lächelte. Wonnetrunken rief er endlich: „Ich habe ſie wie⸗ dergefunden! — oder vielmehr ich hatte ſie nie verloren! Sie haben mich ſtets geliebt! Jetzt zweifle ich nicht mehr daran. Sie liebten mich und wagten nicht, es mir zu ſagen. Ich flößte ihnen Scheu ein. Und ich glaubte — — Der Fehler lag an mir. Gott! wie wohl thut das! Wie gi. 3 das Kraft und Muth und Hoffnung!“ Er lachte unter Thränen laut auf, und rief, ſeine Kinder liebkoſend: „Mö⸗ gen ſie jetzt kommen und mich geringſchätzen und necken! Kommt, ſeht mir ins Geſicht, ihr lieben blauen Augen, auf daß mich das völlig ins Leben zurückrufe.“ „Vater,“ ſagte Roſa mit bezaubernder Kindlichkeit, „Sie lieben uns alſo eben ſo ſehr, wie wir Sie lieben?“ „Wir können alſo oft — täglich Sie umarmen und küſſen und Ihnen ſagen, welche Freude es uns macht, bei Ihnen zu ſein?“ fügte Blanca hinzu. . 5 „Wir können Ihnen ſagen, welche Fülle von Liebe in unſerm 6 Herzen lag, während wir nicht wagten, ſie an den Tag zu legen?“ „Wir können Ihnen laut ſagen, was wir im Stillen dachten?“
„Ja — das könnt ihr!“ ſtammelte der Marſchall. „Und euch bisher daran verhindert? — Doch nein — — ſ antwortet mir nicht. Genug von der Vergangrnheit. Ich
weiß und begreife Alles. Ihr habt mein träumeriſches Sin⸗ nen auf eine Weiſe ausgelegt, — — daß ihr trauern muß⸗ tet; und ich habe eure Traurigkeit ausgelegt, — als — —
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