Teil eines Werkes 
9. Band (1844)
Einzelbild herunterladen

Ziele durch. Aber ſeine Beharrlichkeit hatte nichts die Men⸗ ſchen bezwingendes. Richt durch die rauhe Willenskraft an⸗ derer Menſchen von edlem Herzen hatte er die Wunder ſei⸗ nes Gemeinſchaftshauſes gewirkt, ſondern durch liebreiche Ueberredung. Beim Anblick einer Niederträchtigkeit, einer Ungerechtigkeit gerieth er nicht in Zorn, ſondern ſein Herz litt. Er ging nicht dem Boshaften zu Leibe, er wandte viel⸗ mehr mit Schmerz die Augen von ihm ab. Sein weiblich zartes Herz hatte das Bedürfniß, die ſanfteſten Neigungen der Seele zu befriedigen. Sie allein gaben ihm Leben. So ſtirbt ein ſchwaches Vöglein vor Kälte, wenn nicht mehr an ſeine Brüder drängen kann, um von ihnen, wie ſie von ihm, die ſanfte Wärme zu empfangen, welche ſie in dem mütterlichen Neſt erquickte. Und dieſe gefühlreiche Natur war Schlag auf Schlag von Täuſchungen betroffen worden, von denen jede für ſich genügt hätte, auch den feſteſten Sinn zu erſchüttern. Sein vertrauter Freund hatte ihn verrathen. Eine angebetete Geliebte hatte ihn verlaſſen. Das Haus, welches er für ſeine von ihm als Brüder geliebten Arbeiter gegründet hatte, lag in Aſche und Trümmern. So waren alle ſpannenden Kräfte ſeiner Seele gebrochen. Zu ſchwach, um ſolchen Schlägen zu widerſtehen, zu grauſam getäuſcht, um neue Liebe und Freundſchaft zu ſuchen, zu entmuthigt, um an den Wiederaufbau des Gemeinſchaftshauſes zu den⸗ ken, ſuchte dies arme, von jeder heilſamen Berührung abge⸗ ſchnittene Herz Vergeſſenheit der Welt und ſeiner ſelbſt in der Erſtarrung. Wollte ja zuweilen ein Funke von Leben und Liebe ſich in ſeiner Seele regen, öffnete er dann und wann halb ſeine Augen, die er gern verſchloſſen hielt, um weder Gegenwaunch Vergangenheit, noch Zukunft zu ſehen, ſo fiel ſein Blick auf Sätze, wie: Du biſt nur Staub und Aſche, — Du biſt zu Schmerzen und Thränen geboren — Glaube an nichts auf der Welt. — Es gibt weder Verwandte noch Freunde. — Alle S Trug. — Denke nicht, über⸗ lege nicht, ſi nicht. Ueberlaß dieſe traurigen Geſchäfte einem Oberen, der für dich denken und überlegen mag. — Du aber weine, leide und denke an den Tod. — Der Tod muß⸗das Bi all