Teil eines Werkes 
9. Band (1844)
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rung für die Leidenden, Nächſtenliebe als die Stücke, durch 7 welche man den Himmel verdient, nicht aber eine Geld⸗ ſumme, die aufs Spiel geſetzt wird, um das Paradies zu gewinnen, und die von Taſchenſpielern im Prieſtergewand eingeſtrichen wird.

So war die Zufluchtſtätte des Friedens und der Un⸗ ſchuld, in welcher ſich Hardy befand. Er hatte das Erdge⸗

ſchoß eines auf den Garten des Hauſes gehenden Pavillons *

3 inne. Seine Wohnung war mit Unſicht gewählt. Man kennt die teufliſche Geſchicklichkeit, mit welcher die E. E V. V. das, was in die Sinne fällt, anwenden, um auf die Gemüther die ſie bearbeiten, einen tiefen Eindruck zu machen. Män ſtelle ſich vor als einzige Ausſicht eine hohe ſchwarzgraue ℳ Mauer halbbedeckt von Epheu, dieſer Trümmerpflanze, ferner eine Allee von alten Eiben, dieſen Bäumen der Grabſtätten, — welche ſich nach der Mauer hinzog von einem kleinen Halb⸗ kreis vor dem Wohnzimmer Hardy's. Die übrigen Annehm⸗ lichkeiten des Gartens beſtanden in ein paar Erdhaufen, die mit geſtutztem Buchsbaum eingefaßt waren. Das Ganze glich einer Anpflanzung um ein Kenotaphium.

6 zwei Uhr Nachmittags. Die Aprilſonne ber ihre Strahlen konnten vor der hohen Mauer oon me in dieſen Theil des Gartens eindringen, der düſter, feucht und⸗kalt war, wirrin Keller Das Zimmer Hardy's, welches dieſe trübſelige Ausſicht hatte, war äußerſt wohnlich eingerichtet. Der Fußboden war mit einem weichen Teppich belegt. Dichte Vorhänge von dunkelgrünem Kaſimir von derſelben Farbe wie die Wandbekleidung, verhüllten ein treffliches Bett und die nach dem Garten führende Glasthür. Einige Möbel von Mahagony waren ſehr einfach gearbeitet, aber ſo rein gehalten, daß ſie glänzten. Ueber dem Schreib⸗ tiſch, welcher dem Bett gegenüber ſtand, hing auf einem

1 Grund von ſchwarzem Sammet ein Crucifir von Elfenbein.

Das Kamiſt war geſchmückt mit einer Stutzuhr, auf deren

Gehäuſe von Ebenholz Sanduhren, Senſen, Todtenköpfe u.

dgl. von Elfenbein eingelegt waren. Dazu denke man ſich

nun ein trübſeliges Halbdunkel und ein düſteres Schweigen, welches nur zur Stunde des Gottesdienſtes von dem ſchauer⸗

lichen Geläute der Glocken auf der Kapelle der E. E. V. V.

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