Teil eines Werkes 
9. Band (1844)
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— 10 welcher in der Nähe des Thores ziemlich ſteil iſt. Der Wa⸗

gen hielt an, und der Kutſcher, ärgerlich über die ewig lange Fahrt, welche am Ende auch noch eine ſteile Höhe hinauf

ging, drehte ſich auf dem Bock um und rief in mürriſchem Ton durch das vordere Wagenfenſter: „Na, iſt es denn end⸗ lich hier? Von der Vaugirardſtraße herunter bis zum Blan⸗ chethor, das kann für eine Reiſe gelten, vorab in der ſtockdun⸗ keln Nacht, wo man keine vier Schritt vor ſich ſieht. Denn die Laternen werden nicht angezündet, weil Mondſchein im Kalender ſteht.“

Eine kreiſchende Stimme antwortete aus dem Wagen in ungeduldigem Ton mit entſchieden italiäniſcher Ausſprache: „Suchen Sie eine kleine Thür mit einem Wetterdach, fahren Sie daran vorbei — etwa zwanzig Schritt und dann halten Sie an der Mauer.“

Der Kutſcher brummte für ſich: „Das iſt ſo ein deutſcher Herrgottſakerment, der mich dumm und toll machen wird.“ Und laut erwiederte er: „Ei zum Donnerwetter, ich ſag' Ihnen ja, man ſieht nichts; wie können Sie denn verlangen, daß ich Ihre kleine Thür ſehen ſoll.“

„Haben Sie denn gar keinen Verſtand? Fahren Sie dicht an der Mauer zur Rechten hin. Mit Hülfe des Lichts ihrer Laternen werden Sie leicht die kleine Thür finden. Sie iſt hinter Nummer 50. Wenn Sie dieſelbe nicht finden, ſo müſ⸗ ſen Sie betrunken ſein.“ .

Der Kutſcher fluchte wie ein Heide, peitſchte ſeine erſchöpf⸗ ten Pferde, fuhr längs der Mauer hin und riß die Augen weit auf, um die Hausnummern zu leſen. Nach einigen Au⸗ genblicken hielt er wieder an und ſagte: „Ich bin über Nr. 50 hinaus und hier iſt eine kleine Thür mit einem Wetter⸗ dach. Iſt es die?“

„Ja,“ ſchallte es aus dem Wagen. Jetzt zwanzig Schritt weiter und dann wieder ſtill gehalten.“

„Gut! Weiter!“

„Dann ſteigen Sie ab und klopfen drei Mal und wieder drei Mal an die kleine Thür. Verſtehn Sie mich? zwei Mal drei Mal.

„Und das wäre mein Trinkgeld?“ rief der Kutſcher zornig.