Erſtes Kapitel. ſn
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Wüährend der Unterredung Adriana's mit Roſa Pompon hatte ein rührender Auftritt ſtatt gefunden zwiſchen der Mayeur und Agricola, welche beide ſich ſehr über die Her⸗ ablaſſung des Fräuleins gegen die Dirne wunderten.
So wie Adriana ſich entfernt hatte, kniete Agricola vor dem Lager der Mayeux nieder und ſagte ihr mit tiefer Rüh⸗ rung: „Wir ſind allein. Jetzt endlich kann ich dir ſagen, was ich auf dem Herzen habe. Siehſt du, das, was du ge⸗ than haſt, iſt abſcheulich: vor Elend und Verzweiflung um⸗ zukommen und mich nicht zu dir zu rufen.“
„Agricola, höre mich an . . . .“
„Nein, du kannſt dich durchaus nicht entſchuldigen. Was hilft's, daß wir uns Bruder und Schweſter genannt, daß wir uns fünfzehn Jahre lang Beweiſe der aufrichtigſten Zunei⸗ gung gegeben haben, wenn du am Tage des Unglücks dich ſo entſchließeſt, das Leben zu verläſſen, unbekümmert um Die, welche du zurückläſſeſt — ohne zu bedenken, daß du, indem du dich umbringſt, ihnen ſagſt: Ihr ſeid für mich nichts?“
„Verzeihung, Agricola,“ antwortete die Mayeur mit nie⸗ dergeſchlagenen Augen. „Was du ſagſt, iſt wahr. Daran
hatte ich nicht gedacht. Aber das Elend, der Mangel an
Arbeit — — —.“


