Teil eines Werkes 
7. Band (1845)
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ſolches Gedräng, daß niemand aufmachen konnte. Sie ging endlich auf, weil ſie von außen geöffnet wurde.

Gabriel erſchien, das Muſterbild des wahren, heiligen, evangeliſchen Prieſters, für den man nicht genug Achtung, Mitgefühl und Bewunderung hegen kann. Sein Engelsgeſicht bildete mit ſeiner ruhigen Milde einen ſeltſamen Gegenſatz zu all dieſen von Entſetzen verzerrten Geſichtern. Faſt wäre er von den Fliehenden über den Haufen geworfen worden, als dieſe ſich durch die von ihm geöffnete Thür drängten und riefen: „Gehn Sie nicht hinein! Er ſtirbt an der Cholera! Retten Sie ſich.“

Auf dieſe Worte hin ſchob Gabriel den dicken Biſchof, welcher hinten geblieben war und auch noch hinauswollte, in den Saal zurück und eilte auf Rodin zu. So wie die Thür wieder frei war, huſchte der Niederländer hinaus.

Rodin lag auf dem Fußboden und krümmte ſich in unſäg⸗ lichen Schmerzen. Wahrſcheinlich hatte ſein heftiger Fall ſeine Lebensgeiſter wieder erweckt. Er murmelte mit einer Grabes⸗ ſtimme: „Sie laſſen mich ſterben — — hier . . . . wie einen Hund Die Feiglin Zu Hülfe! Niemand . . . .“ Mit einer krampfhaften Bewegung wälzte er ſich auf den Rücken, ſo daß er ſein vöh der Höllenangſt eines Verdammten entſtelltes Geſicht der Decke zukehrte, und wiederholte: „Niemand! Niemand! . . . Niemand!“

Sein plötzlich wild flammender Blick begegnete den großen blauen Augen Gabriels, der neben ihm niederkniete und mit ſanfter ernſter Stimme ſagte: „Ich bin hier, ehrwürdiger Vater. Ich komme, Ihnen beizuſtehen, wenn Ihnen zu helfen iſt, für Sie zu beten, wenn der Hert Sie zu ſich ruft.“

„Gabriel!“ murmelte Rodin mit matter Stimme, „Ver⸗ zeihung für — — das Böſe — — was ich Dir zugefügt habe Erbarmen! Verlaß mich nicht h

Weiter konnte Rodin nicht reden. Mit der letzten Kraft hatte er ſich noch aufgeſetzt. Jetzt ſtieß er einen lauten Schrei aus und fiel regungslos um.

Am Abend dieſes Tages las man in den pariſer Zei⸗ tungen