Teil eines Werkes 
7. Band (1845)
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Das Haupt erhebend mit ſtolzem leuchtendem Blick, glühen⸗ den Wangen und dem Ausdruck der Verachtung auf der Lippe ſah ſie den Prinzen mit wegwerfender Feſtigkeit an. Höhniſch lächelnd ſagte ſie zur Marquiſe, welche gleich vielen andern Zuſchauern nur Augen für das hatte, was in der Loge gegen⸗ über zu ſehen war: „Dieſe empörende Schauſtellung wilder Sitten iſt wenigſtens völlig in Uebereinſtimmung mit dem übrigen Theaterzettel.“

„Gewiß,“ erwiderte die Marquiſe. „Mein lieber Oheim wird das verloren haben, was vielleicht am beluſtigendſten dieſen Abend zu ſehen iſt.“

„Herr von Montbron?“ ſagte Adriana mit einem kaum ver⸗ haltenen Schmerz. „Ja, er wird bedauern, nicht Alles ge⸗ ſehen zu haben. Die Zeit wird mir lang, bis er kommt Verdank' ich doch ihm dieſen herrlichen Abend!“

Vielleicht würde Frau von Morinval den Ausdruck bitterer Jronie bemerkt haben, deſſen ſich Adriana bei dieſen Worten nicht enthalten konnte, wenn nicht in dieſem Augenblick ein anhaltendes dumpfes Gebrüll das Haus durchtönt und ihre wie alle Zuſchauer Aufmerkſamkeit in Anſpruch genommen hätte. Die Augen aller, welche bisher gleichgültig geblieben waren bei den Flickſcenen als Einleitung zum Auftreten Moroks, wandten ſich nach der Höhle auf der linken Seite der Bühne unter der Loge des Fräuleins von Cardoville Ein Schauer fieberhafter Reugier durchlief den ganzen Saal.

Ein zweites noch durchdringenderes, tieferes Gebrüll, wel⸗

ches mehr Ingrimm verrieth als das erſte, drang diesmal

aus dem unterirdiſchen Raum, deſſen Oeffnung verdeckt war durch leicht zu beſeitigendes künſtliches Geſträuch. Bei dieſem Brüllen erhob ſich der Engländer in ſeiner kleinen Loge, legte ſich faſt mit dem halben Leib heraus und rieb ſich lebhaft die Hände. Dann blieb er völlig regungslos ſtehen, und ſeine ſtarren, glänzenden grünen Augen wandten ſich nicht mehr von dem Eingang der Höhle ab.

Auch Dſchalma hatte ein Beben empfunden bei dieſem wilden Geheul, trotz allen Reizungen der Liebe, der Eifer⸗ ſucht und des Haſſes, denen er zur Beute war. Der Anblick des Waldes und das Brüllen des Panthers ergriffen ihn leb⸗ haft, indem ſie von neuem das Andenken an ſeine Heimath