Teil eines Werkes 
7. Band (1845)
Einzelbild herunterladen

Neuntes Kapitel. S od.

Eine Art von Drama, in welches der Kampf zwiſchen Morok und dem ſchwarzen Panther eingeſchoben war, hatte ſo wenig Reiz, daß der größte Theil des Publicum ſeine Aufmerkſamkeit auf die Scene verſparte, in welcher der Thier⸗ bändiger auftreten ſollte. Dieſe Gleichgültigkeit des Publicum ließ der durch das Erſcheinen Faringhea's und Dſchalma's erregten Neugier freien Spielraum, — einer Neugierde, welche, wie neulich bei der Anweſenheit der Araber, ſich durch Ge⸗ räuſch und Bewegung in der Menge äußerte.

Das aufgeweckte niedliche Geſicht Roſe Pompon's, die immerhin reizend war, trotz ihrem an einem ſolchen Ort lächerlichen auffallenden Putz, und ihre leichtfertigen, mehr als vertraulichen Manieren gegen den jungen Indier ſteiger⸗ ten noch die Ueberraſchung der Zuſchauer. In einer An⸗ wandlung neckiſcher Gefallſucht hatte die Unverſchämte, wie bereits bemerkt, ihren großen Roſenſtrauß dem Prinzen vor die Naſe gehalten. Dſchalma war zu ſehr in die Betrachtung der Landſchaft vertieft, welche ihn an ſeine Heimath erinnerte, als daß er auf dieſe Neckerei hätte achten ſollen. Roſe Pompon fing nun an mit ihrem Strauß auf der Brüſtung der Loge den Takt zu ſchlagen, während das ein wenig allzu taktmäßige Wiegen ihrer hübſchen Schultern verkündete, daß dieſe ver⸗ teufelte Tänzerin von mehr oder minder ſtür miſchen choreo⸗ graphiſchen Gedanken beſeſſen war bei Anhörung einer Ga⸗ loppade, welche das Orcheſter aufſpielte.

Frau von Morinval, welche der Loge Dſchalma's gerade gegenüber ſaß, hatte bald die Ankunft der neuen Zuſchauer bemerkt und beſonders die koketten Tollheiten Roſe Pompon's.

*