Teil eines Werkes 
7. Band (1845)
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unaufhörlichen Trunkenheit erfolgende Abſtumpfung. Der Arbeit entwöhnt, unfähig, auf grobe Genüſſe zu verzichten, erſüufte Jakob im Wein den Reſt von Ehrenhaftigkeit, der ſich in ihm empörte, und nahm ohne Scham die Zahlung der bedeutenden Zechen, welche Morok leiſtete, als ein Al⸗ moſen hin. Geld gab ihm der Thierbändiger nie in die Hand, um ihn ſtets in Kuabhängigkeit von ſich zu erhalten.

Nachdem Jakob ſeinen Meiſter eine Zeitlang angeglotzt hatte, ſagte er: „Was will ich haben? Du haſt da ein ſtolzes Handwerk!“ (Sie duzten ſich.. „Du kannſt dich rühmen, daß es jetzt keine zwei Menſchen wie Du in der ganzen Welt gibt. Das iſt ſchmeichelhaft. Schade, daß Du Dich nicht auf dies Handwerk beſchränkſt!“

„Was willſt Du damit ſagen?“

„Die Verſchwörung, auf deren Rechnung Du mich Tag und Nacht ſchlampampen läßt.“

„Die iſt im beßten Gang. Aber der Augenblick iſt noch nicht gekommen. Eben darum will ich Dich ſtets bei der Hand haben bis zum großen Tag. Biſt Du unzufrieden?“

„Gott verdamm mich, nein! Was ſollt ich anfangen? Vom Schnaps mürb gebrannt, könnt' ich nicht arbeiten, auch wenn ich wollte. Ich habe nicht wie Du einen Kopf von Stahl und Eiſen. Aber mich in Pulver zu benebeln ſtatt in etwas anderm, das wäre meine Sache. Zu etwas anderm taug ich nicht mehr . . . und dann vertreibt es mir auch die Gedanken.“

„An was?“

„Du weißt, wenn ich denke, denk ich nur an Eins,“ ant⸗ wortete Jakob mit düſterer Miene.

„An die Königin Bacchanal? Immer noch?“ verſetzte Morok wegwerfend.

„Immer noch — ein wenig. Wenn ich gar nicht mehr an ſie denke, dann bin ich todt oder völlig Vieh, Du Teufel!“

„Schafskvpf! Du haſt Dich nie beſſer befunden und nie mehr

Witz gehabt,“ entgegnete Morok, ſeinen Turban befeſtigend. Das Geſpräch ward durch das haſtige Eintreten Goliaths

unterbrochen. Er ſah noch breitſchulteriger aus als ſonſt.

Morok hatte ihn als Hercules aufgeputzt. Seine ungeheuren Muskeln, von fingerdicken Adern durchzogen, ſtrotzten unter einem enganſchließenden fleiſchfarbigem Gewand, gegen welches