zen die Kirche betrübt ſehen. Nämlich auf den Indifferen⸗ tismus oder die verkehrte Meinung, die ſich allerwärts durch die Kunſtgriffe der Böſen verbreitet hat: daß man die ewige Seligkeit erlangen könne durch jedes Glau⸗ bensbekenntniß, wenn nur dieSitten tadellos und ehrbar ſeyen. . . . Es wird euch nicht ſchwer werden, in einer ſo klaren und einleuchtenden Sache, einen ſo verderb⸗ lichen Irrthum von den eurer Sorgfalt anvertrauten Völkern fern zu halten.“
Das iſt gewiß klar und einleuchtend. Wir, die wir der Sorge der Hirten anvertraut ſind, können uns das merken. Aber es iſt noch nicht Alles. Im Folgenden ſtreicht ein italieniſcher Mönch, das ultramontane Oberhaupt unſerer Biſchöfe mit einem Federzug eins unſerer heiligſten Rechte, welches in den Religionskriegen dem Lande Ströme Bluts gekoſtet hat.
„Aus dieſer giftigen Quelle des Indifferentismus fließt die unſinnige Irrlehre oder vielmehr die Tollheit: daß man je⸗ dermann Gewiſſensfreiheit ſichern müſſe. Der Weg zu dieſem verderblichen Irrthum wird gebahnt durch die un⸗ beſchränkte Meinungsfreiheit, welche ſich weithin verbreitet zum Unglück der bürgerlichen und kirchlichen Geſellſchaft.
Augenſcheinlich befiehlt der heilige Vater unſeren Biſchöfen, daß ſie ihren Schafen Abſcheu gegen eins der Grundgeſetze unſerer bürgerlichen Geſellſchaft einflößen ſollen. — Wir wollen ſchließen mit einem nicht minder heftigen und bündigen Ausfall des heiligen Vaters wider den Lindwurm der Preſſe.
„Dahin gehört jene verderbliche Freiheit, die man nicht genug verabſcheuen kann: die Bücherfreiheit, jede Schrift veröffentlichen zu können, — jene Freiheit, welche Einige mit eben ſo viel Lärm als Eifer zu begehren und auszudehnen ſich unterſtehen.“ .
Hirtenbrief des Papſtes Gregor XVI. an die Biſchöfe Frankreichs.
3) Kaum hatte Gregor XVI. den päpſtlichen Stuhl beſtiegen,
ſo erfuhr er den Aufſtand in Bologna. Sein erſter Schritt war,
die Oeſtreicher herbeizurufen und die Sanfediſten aufzumuntern. — Der Cardinal Albani ſchlug die Liberalen bei Ceſena. Seine Sol⸗ daten beraubten die Kirchen, plünderten die Stadt, ſchändeten die Weiber. Zu Forli begingen die Banden kaltblütig Mordthaten.
„Im J. 1832 zeigten ſich die Sanfediſten am hellen Tag mit Me⸗
daillen, welche das Bild des Herzogs von Modena und des heiligen Vaters trugen mit Patenten der apoſtoliſchen Congregation, mit
Privilegien und Indulgenzen. Die Sanfediſten leiſteten buchſtäb⸗ lich folgenden Eid; „Ich ſchwöre, den Thron und den Al⸗
tar auf den Gebeinen der infamen Liberalen zu erhe⸗


