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„Du haſt Recht. In dieſem Fall — — würde ich Dir helfen — — zu ſterben.“
„Ich zähle darauf, Jakob,“ erwiederte Cephiſe, ihren Ge⸗ liebten freudig umarmend. Traurig fügte ſie dann hinzu: „Siehſt Du, das war gleichſam eine Ahnung, als ich mich vorhin, ohne zu wiſſen, warum, verſtimmt fühlte mitten in unſerer Luſt und auf die Cholera trank — — daß ſie uns zuſammen ſterben laſſen möchte.“
„Wer weiß,“ erwiederte Jakob mit düſterer Miene, „ob die Cholera nicht kommt? Sie kann uns die Kohlen erſpa⸗ ren, wenn wir vielleicht nicht einmal ſo viel haben, um welche zu kaufen.“
„Ich kann Dir nur Eins ſagen,“ fuhr Cephiſe fort: „Du wirſt mich ſtets bereit finden, mit Dir zu leben und zu ſterben.“
„Komm, trockne Deine Thränen,“ ſagte Jakob gerührt. „Laß uns nicht wie die Kinder ſeyn vor dieſen Leuten.“
Bald darauf fuhr der Wagen nach der Wohnung Jakob's zu, wo dieſer die Kleider wechſeln ſollte, ehe er ſich in das Schuldgefängniß begab.
Es gibt Dinge, die man nicht oft genug wiederholen kann. Indem wir von der Schweſter der Mayeux ſprechen, müſſen wir wiederholen: Eine der verderblichſten Folgen der Nicht⸗ organiſativn der Arbeit iſt das Unzureichende des Lohns. Das Mißverhältniß zwiſchen Erwerb und dringendem Bedürfniß nöthigt die Mehrheit der ſo ſchlecht bezahlten Mädchen, die Mittel zum Leben in Verhältniſſen zu ſuchen, durch welche ſie entſittlicht werden. Bald empfangen ſie von ihren Liebha⸗ bern ein Geringes, das mit dem Ertrag ihrer Arbeit zuſam⸗ men zu ihrem Unterhalt dient; bald geben ſie, wie die Schwe⸗ ſter der Mayeux, völlig die Arbeit auf und leben mit ihren Erwählten zuſammen, wenn dieſe es beſtreiten können. Im letzteren Fall kommt während der Zeit des Vergnügens und der Faullenzerei die unheilbare Krankheit der Trägheit über die Unglücklichen. Das iſt die erſte Stufe der Herabwürdigung, zu welcher die unverantwortliche Sorgloſigkeit der Geſellſchaft eine unendliche Zahl von Arbeiterinnen bringt, die mit Ge⸗ fühlen der Schamhaftigkeit und Ehrlichkeit geboren waren. — Nach einiger Zeit läßt der Liebhaber die Geliebte ſitzen, zu⸗


