Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
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Dieſe Perſon war die Mayeux, welche trotz ihrem Bemühen, aus dem Gedräng herauszukommen, in der erſten Reihe der Zuſchauer feſtgehalten wurde. Seit langer Zeit von ihrer Schweſter getrennt, ſah ſie dieſelbe zum erſten Mal wieder im ganzen Glanz ihres ſonderbaren Trinmphs inmitten des Freudengeſchreis und des Bravorufs der Genoſſen ihrer Ver⸗ gnügungen. Die Augen der Nätherin füllten ſich mit Thrä⸗ nen. Obwohl die Königin Bacchanal die betäubende Luſt ih⸗ rer Umgebung zu theilen ſchien, obwohl ihre Augen von Freude ſtrahlten und ſie ſich des Glanzes eines vorübergehen⸗ den Luxus zu freuen ſchien, ward ſie doch beklagt von der faſt in Lumpen gehüllten armen Nätherin, welche mit Tages⸗ anbruch ausgegangen war, um Arbeit für den Tag und für die Nacht zu ſuchen.

Die Mayeur hatte die Menge ringsum vergeſſen und be⸗ trachtete nur ihre Schweſter, welche ſie um ſo zärtlicher liebte, je beklagenswerther ihr dieſelbe erſchien. Die Augen auf das fröhliche ſchöne Mädchen geheftet, drückte ihr bleiches ſanftes Geſicht ein rührendes Mitleid, eine tiefe ſchmerzliche Theil⸗ nahme aus. Plötzlich traf der heitere Blick, den die Königin Bacchanal über die Menge ſchweifen ließ, auf das betrübte thränenfeuchte Auge der Mayeux. „Schweſter!“ rief Cephiſe, und ſprang behend wie eine Tänzerin von ihrem wandelnden Thron, der zum Glück eben ſtill hielt, herab auf das Pflaſter und umarmte liebevoll die Mayeux. Dies war ſo ſchnell ge⸗ ſchehen, daß ihre Begleiter, erſtaunt über ihren gefährlichen Sprung, nicht wußten, welcher Urſache ſie ihn zuſchreiben ſollten, während die nicht minder erſtaunten Masken um die Mayeux herum Platz machten. Letztere, ganz glücklich, ihre Schweſter zu umarmen, dachte nicht an den ſeltſamen Abſtich, welcher bald die Verwunderung und das Lachen der Menge erwecken mußte. Cephiſe dachte zuerſt daran. Um ihrer Schwe⸗ ſter eine Demüthigung zu erſparen, wandte ſie ſich um nach dem Wagen und rief: „Roſe Pompon, wirf mir meinen Man⸗ tel heraus, und Sie, Nini Moulin, öffnen Sie ſchnell den Schlag!“

Die Königin Bacchanal empfing ihren Mantel, hüllte raſch

ihre Schweſter hinein, ehe dieſe in ihrer Ueberraſchung eine Bewegung machen konnte, nahm ſie bei der Hand und ſagte:; „Komm! Komm!“ 8