Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
Einzelbild herunterladen

Sehrung der Fürſtin mit der des Marquis unter der Decke ſpielte?“

„Fräulein! Sie vergeſſen ſich!“ rief die Fürſtin, vor Wuth erbleichend.

„Frau Fürſtin, ich vergeſſe mich nicht, ich erinnere mich, wie alle Welt. Das iſt's. Ich hatte keine Verwandte, bei der ich Unterkunft ſuchen konnte. Ich wollte meine Einkünfte genießen, weil ich ſie lieber verwenden, als ſie durch Herrn Tripeaud verſchwenden ſehen will.“

„Fräulein!“ rief der Baron, „ich begreife nicht, wie Sie ſich erlauben — —“

„Nicht weiter!“ herrſchte Adriana ihm zu mit einer Ge⸗ bärde niederſchmetternden Stolzes. „Ich ſpreche von Ihnen und nicht mit Ihnen. — Ich wollte meine Einkünfte nach meinem Geſchmack verwenden. Ich habe meine ſtille Woh⸗ nung verſchönert. Häßlichen, ungeſchliffenen Dienerinnen habe ich hübſche, wohlerzogene, aber arme Mädchen vorgezo⸗

gen. Da ihre Bildung ſie nicht zu ernie en

eignete, habe ich ihnen ihre Lage leicht und angenehm ge⸗“ macht. Sie bedienen mich nicht, ſie leiſten mir Dienſte Ich bezahle ſie nicht nur, ich bin ihnen auch dankbar. Für Sie, Frau Fürſtin, ſind das freilich Spitzfindigkeiten, die Sie nicht begreifen. Anſtatt ſie ſchlecht oder geſchmacklos gekleidet ein⸗ hergehen zu laſſen, habe ich ihnen Kleider gegeben, die zu ihren lieblichen Geſichtern paſſen, weil ich Ingend und Schön⸗ heit liebe. Ich ſelber kleide mich bald ſo, bald ſo, und das geht lediglich meinen Spiegel an. Ich gehe allein aus, weil es mir gefällt, dahin zu gehen wo meine Fantaſie mich hin⸗ führt. Daß ich nicht in die Meſſe gehe, iſt wahr. Hätt' ich noch eine Mutter, ſo würd' ich ihr ſagen, was meine An⸗

dacht iſt, und ſie würde mich dafür küſſen. Ich habe Wirk

lich der Jugend und der Schönheit einen heidniſche errichtet, weil ich Gott anbete in Allem, was er ſchönes, gu⸗ tes, edles, großes gemacht hat, und mein Herz vom Morgen bis zum Abend das aufrichtige Gebet: „J

danke Dir, Gott!“ — Der Herr Doctor Baleinier, Sie, habe mich oft in meiner Einſamkeit im Zuſtande ſeltſa⸗

mer Ueberſpannung gefunden. Das iſt wahr. Wenn ich in

Gedanken allem entfloh, was mir die Gege

erhaßt