Teil eines Werkes 
3. Band (1844)
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„Dieſe Herren,“ antwortete die Fürſtin, „ſind alte Freunde unſerer Familie. Alles, was Sie angehen kann, iſt ihnen nicht gleichgültig, und ihre Rathſchläge müſſen von Ihnen mit Ehrerbietung angehört und angenommen werden.“

„Frau Tante, ich zweifle nicht an der abſonderlichen Freundſchaft des Herrn von Aigrigny für unſere Familie. Noch weniger zweifle ich an der tiefen Ergebenheit des Herrn Tripeaud. Herr Baleinier iſt einer meiner alten Freunde. Aber ehe ich mir dieſe Herren als Zuhörer, oder wenn Sie wollen, als vertraute Theilnehmer unſerer Unterredung ge⸗ fallen laſſe, wünſche ich zu wiſſen, wovon wir vor ihnen zu reden haben.“

„Ich hätte geglaubt, Fräulein,“ verſetzte die Fürſtin, „daß Sie unter Ihren ſeltſamen Anſprüchen wenigſtens den auf Offenheit und Muth hätten.“

„Lieber Gott! Frau Tante,“ entgegnete Adriana mit ſpöt⸗ tiſcher Demuth, „ich mache nicht mehr Anſpruch auf Offen⸗ heit und Muth, als Sie auf Aufrichtigkeit und Gutherzig⸗ keit. Laſſen Sie uns alſo ein für alle Mal zugeſtehen, daß

wir ſind, was wir ſind, ohne weiter Anſpruch zu machen.“ „Es ſey,“ ſagte Frau von St Dizier kurz. „Lange ſchon bin ich an die Ausbrüche Ihres ungebundenen Geiſtes ge⸗ wöhnt. Ich glaube aſo, daß Sie, muthig und offen, wie Sie zu ſeyn behaupten, ſich nicht ſcheuen dürfen, vor ſo ge⸗ ſetzten und achtbaren Perſonen, wie dieſe Herren, mir zu ſagen, was Sie mir allein ſagen würden.“

„Alſo ein förmliches Verhör ſoll ich beſtehen? Undworüber?“

„Es iſt kein Verhör. Aber da ich das Recht habe, über Sie zu wachen, und da Sie meine thörichte Nachſicht gegen Ihre Launen immer mehr und mehr mißbrauchen, ſo will ich einer Sache ein Ende machen, die ſchon zu lange gedauert hat. Ich will Ihnen vor den Freunden unſerer Familie einen unwiderruflichen Entſchluß für die Zukunft ankündigen. Erſtlich muß ich Ihnen ſagen, Sie haben ſich bisher einen ſehr falſchen und unvollkommenen Begriff gemacht von der Gewalt, die ich über Sie habe.“

„Ich verſichere Sie, Frau Tante, daß ich mir nie einen richtigen Begriff über das Falſche gemacht habe, denn i Phe nie daran gedacht,“