Teil eines Werkes 
2. Band (1844)
Einzelbild herunterladen

— 168 —

villon anſtoßenden Häuschens betrachteten, als ob ſie dort je⸗ mand erſpähen wollien.“

„Fräulein,“ ſagte Agricola niedergeſchlagen, „ich hatte mich nicht getäuſcht. Mich ſucht man hier.“

„Wie?“ fragte Adriana.

„Es kam mir vor, als ob mir jemand von der St. Merrg⸗ Straße nachginge. Es iſt nicht zu bezweifeln, man wird mich hier ins Haus haben gehen ſehen und will mich verhaften. Jetzt, Fräulein, wo Ihre Theilnahme meiner Mutter geſichert iſt, jetzt, wo ich für die Töchter des Marſchalls Simon außer Sorgen ſeyn darf, jetzt will ich mich auf der Stelle der Po⸗ lizei in die Hände liefern, um Ihnen nicht die geringſte Un⸗ annehmlichkeit zu machen.“

„Laſſen Sie das fein bleiben,“ erwiederte Adriana. „Die Freiheit iſt ein zu ſchätzbares Gut, als daß man ſie freiwillig ingeben ſollte. Uebrigens kann Georgette ſich irren. In edem Fall liefern Sie ſich nicht aus. Vermeiden Sie, ver⸗ te werden. Dies wird meine Schritte für Sie ſehr chtern, denn ich glaube, die Gerechtigkeit hegt eine über⸗ 3 Anhänglichkeit für die, welche ſie einmal in ihren Hän⸗ at.“

In dieſem Augenblick trat auch Hebe ein und ſagte ängſt⸗ ich: „Eben hat ein Mann an das Thürchen geklopft und ge⸗ fragt, ob nicht ein junger Mann in blauem Kittel hereinge⸗ gangen wäre. Agricvla Bandoin hieße der, welchen er ſuchte. Er habe ihm etwas ſehr wichtiges mitzutheilen.“

„Das iſt mein Name, ſagte Agricola. „Es iſt eine Liſt, um mich hinauszulocken.“

„Offenbar!“ ſagte Adriana. „Wir müſſen ſie vereiteln. — Was haſt Du dem Menſchen zur Antwort gegeben, Hebe?“

„Ich habe geſagt, ich wüßte nicht, von wem er da ſpräche.“

„Gut. Und der Frager?“

„Iſt weggegangen.“ Zweifel, um bald wiederzukommen,“ bemerkte Agri⸗

„Das iſt ſehr wahrſcheinlich,“ ſagte Adriana. „Daxum müſſen Sie ſich gefallen laſſen, einige Stunden hier zu blei⸗ ben. Leider muß ich mich dieſen Augenblick zu meiner te, der Fürſtin von St. Dizier, „um eine wichtige