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„Vornehmlich, lieber, alter Freund, werden Sie die Gefälligkeit haben, ſich nicht über dieſe neue Laune zu verwundern und ſich keinen ſeltſamen Vermuthungen in Betreff derſelben zu überlaſſen. Ernßtlich geſprochen, der Umſtand, daß ich Sie, den ich liebe und ehre, zu dieſem Geſchäft anserſehen, beweiſ't zur Genüge, daß hinter demſelben etwas mehr ſteckt, als eine Poſſe“
Beim Dictiren dieſer letztern Worte war der Ton Adria⸗ na's eben ſo ernſt und würdevoll, als er vorher ſcherzend und luſtig geweſen. Jetzt fiel ſie wieder in den heiteren Ton und ließ weiter ſchreiben:
„Leben Sie wohl, alter Freund. Ich gleiche ein we⸗ nig dem Feldherrn der Vorzeit, deſſen Heldennaſe und deſſen Erobererkinn Sie mich ſo oft haben zeichnen laſſen. Ich ſcherze unbefangen im Augenblick des beginnenden Kampfts. Denn in einer Stunde liefere ich meiner lie⸗ ben Tante Betſchweſter eine große Schlacht. Zum Glück fehlt es mir nicht an Muth und Verwegenheit.
„Leben Sie wohl. Tauſend freundliche Grüße an Ihre treffliche Frau. Wenn ich ſie hier erwähne, ſo können Sie um ſo mehr beruhigt ſeyn über die Folgen der Entführung eines bezaubernden, jungen Prinzen, die zu meinen Gunſten geſchehen ſoll. Ich muß ſchlie⸗ ßen mit der Bemerkung, mit welcher ich hätte beginnen ſollen, daß er bezanbernd iſt.“
„Haſt Du geſchrieben, Kleine?“ fragte Adriana. Geor⸗ gette bejahte und Adriana fagte: „Füge noch folgende Nach⸗ ſchrift hinzu“: *
„ch ſchicke Ihnen eine Anweiſung auf meinen Ban⸗
quier für alle dieſe Ausgaben. Sparen Sie nichts. Sie
wiſſen, daß ich dozu ein hinlänglich großer Herr bin. Ich muß mich wohl dieſes männlichen Ausdrucks bedie⸗ nen, da Ihr Tyrannen Euch ausſchließlich dies Wort zur Bezeichnung einer edlen Freigebigkeit angemaßt habt.“
„Jetzt, Georgette/ reiche mir ein Blatt Papier und dann den Brief zum Unterzeichnen.“
Georgette brachte eine Feder und ein Blatt Papier. Adriana ſchrieb auf dies Blatt fwaviſcheAnweiſung auf ihren
Banquier: der Vorſtellung


