Teil eines Werkes 
2. Band (1844)
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Sie auf mich und auf meine Verſchwiegenheit. Für den Fall indeß, daß Sie vorziehen ſollten, ihm die Unter⸗ ſtützung direet zu ſchicken, theile ich Ihnen ſeinen Na⸗ men mit, wie ſein Landsmann mir denſelben aufgeſchrieben hat: Prinz Dſchalma, Sohn Kadſcha Sing's, Königs von Mundi.“

„Dſchalma!“ rief Adriana nachſinnend: „Kadſcha Sing! — Richtig. Das ſind die Namen, welche mein Vater mir oft genannt hat, wenn er äußerte, es gebe keinen ritteriicheren Helden, als dieſen alten, indiſchen König, unſern Verwand⸗ ten. Der Sohn ſcheint nicht aus der Art geſchlagen zu ſeyn. Ja, Dſchalma, Kadſcha Sing, das ſind die Ramen. Sie ſind nicht ſo gewöhnlich, daß man ſie vergeſſen oder mit andern verwechſeln könnte. Alſo, Dſchalma iſt mein Vetter! Er iſt tapfer und gut, jung und einnehmend. Er hat nie den ab⸗ ſcheulichen Frack getragen, und iſt mittellos. Das iſt bezau⸗ bernd; das iſt zu viek Glück auf einmal. Geſchwind! wir müſſen ein Feenmährchen aus dem Stegreif dichten, deſſen Held dieſer ſchöne, liebe Prinz ſeyn ſoll. — Armer Vogel von Gold und Azur, der ſich in unſeren traurigen Himmels⸗ ſtrich verirrt hat! Möge er wenigſtens hier etwas finden, was ihn an ſein Land des Lichts und der Wohlgerüche erin⸗ — Georgette, nimm Papier und ſchreibe, was ich Dir age.“ .

Das Mädchen ging an den Liſch von vergoldetem Holz, auf welchem ein Schreibkäſtchen ſtand, ſetzte ſich nieder und ſagte: „Fräulein, ich erwarte Ihre Befehle.“ Adriana die⸗ tirte mit⸗freudeſtrahlendem Geſicht folgenden Brief an einen guten, alten Maler, der ihr lange Uinterricht im Zeichnen und Malen gegeben hatte: „Mein lieber Tizian, mein guter Veroneſe, mein bra⸗ ver Rafael! Sie ſollen mir einen großen Dienſt leiſten, und ich bin überzengt, Sie werden es thun mit der Ge⸗ fälligkeit, die ich ſtets bei Ihnen gefunden habe. „Gehen Sie ſogleich zu dem kenntnißreichen Künſtler, welcher meine letzten Trachten des fünfzehnten Jahr⸗ hunderts gezeichnet hat. Verſtändigen Sie ſich mit ihm wegen Anfertigung moderner, indiſcher Kleidungen einen jungen Mann. Nach der Vorſtellung, die ich mi