Teil eines Werkes 
2. Band (1844)
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tätiſchen Gang. Seine ſchwarze, mürriſche Schnauze, aus deren linken Seite zwei Zähne gefletſcht herausſtanden, gab ihm ein gar tückiſches Ausſehen. Dies widerwärtige Thier, welches das Muſter zu der Gattung Betſchweſterhund abgeben könnte, hörte auf den Namen Monſieur. Die Herrin des Monſieur, ein Weib von etwa fünfzig Jahren, mittelgroß und feiſt, hatte eine eben ſo düſtere, ernſte Tracht, als die Georgettens ſchmuck und hell war. Dieſelbe beſtand aus einem braunen Kleid, einem ſchwarzſeidenen Mäntelchen und einem ſchwarzen Hut. Die Züge dieſes Weibes mußten in der Jugend angenehm geweſen ſeyn. Ihre blühenden Wan⸗ gen, ihre ſcharfgezeichneten Brauen und ihre noch ſehr leb⸗ haften, ſchwarzen Augen wollten nicht recht zu der ſtrengen Miene paſſen, die ſie ſich zu geben ſuchte. Dieſe bedachtſam einherſchreitende Matrone war Frau Auguſtine Grivois, erſte Kammerfrau der Fürſtin von St. Dizier. Nicht genug, daß das Alter, die Geſichtszüge und die Tracht dieſer beiden Perſonen einen auffallenden Gegenſatz bildeten, — dieſer Gegenſatz erſtreckte ſich auch auf die beiden Hunde, von denen ſie begleitet waren. Als Frau Grivvis die kleine Lutine bemerkte, konnte ſie einen Ausdruck der Ueberraſchung und des Aergers nicht zurückhalten, welcher dem Mädchen nicht entging. Lutine, welche ſeit dem Erſcheinen Monſieurs keinen Zollbreit gewichen war, ſah dieſen herausfordernd an und rückte ihm jetzt mit ſo feindſeliger Miene zu Leibe, daß der dreifach größere Mops einen Angſtſchrei ausſtieß und hin⸗ ter Frau Grivois Schutz ſuchte. Mit Bitterkeit ſagte dieſe zu Georgette: „Ich denke, Mamſell, Sie könnten es unter⸗ laſſen, Ihren Hund auf den meinigen zu hetzen.“ „Vermuthlich, um Ihr ſchlechtes Vieh vor dergleichen zu ſchützen, haben Sie geſtern Abend Lutine zum Gartenthürchen hinausgejagt,“ erwiederte Georgette. „Glücklicher Weiſe hat ein braver Burſche das Thierchen gefunden und zurückge⸗ bracht. — Aber, was verſchafft mir das Glück, Madame, Sie ſo früh zu ſehen?“ Mit triumphirendem Lächeln erwiederte Fran Grivvis: „Ich bin von der Fürſtin beauftragt, zu Fräulein Adriana zu ge⸗ hen. Es handelt ſich um eine wichtige Sache, die ich ihr ſelber ſagen ſoll.“