Teil eines Werkes 
2. Band (1844)
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— 417 — iſt wahrhaftig keine geringe Perſon, welche ſo viele Diaman⸗ ten ſehen läßt.“

„Richtig! Du verſtehſt das aus dem Grunde.“

„Das iſt noch nicht Alles.“

„Wirklich! Was denn noch weiter?“

„Sie hat mir von nichts, als von Herzogen und Grafen und Marquis und ſehr reichen Herren geredet, die bei ihr zu⸗ ſprächen und ihre Freunde wären. Und als ſie den, von den

Preußen halbniedergebrannten, Pavillon ſah, den der verſtor⸗ bene Herzog nicht hat wieder aufbauen laſſen, da fragte ſie: Was ſind das für Ruinen da? Und ich antwortete: Gnädige Frau, der Pavillon iſt zur Zeit der Alliirten verbrannt worden.

Und da rief ſie: Ah! lebe Frau! dieſe guten, lieben Alliirten!

die und die Reſtauration haben mein Glück begründet. — Siehſt Du, Dupont, da hab' ich gleich gedacht: Das iſt gewiß eine alte Emigrantin!“

Der Verwalter lachte laut auf und ſagte: „Frau von Sainte Colombe! ei, Du mein liebes Weib!“

„Nun!“ verſetzte die Alte, „Du meinſt, Du wärſt ein Hexenmeiſter, weil Du drei Jahre in Paris geweſen biſt“

„Kathrine,“ ſagte Dupont, „laß uns abbrechen. Du könn⸗ teſt mich dazu bringen, daß ich eine Ungebührlichkeit ſagte. ESs gibt Dinge, welch brave Weiber wie Du nichtwiſſen dürfen.“ „Ich weiß nicht, was Du damit ſagen willſt. Aber lerne

Dein loſes Maul halten! denn wenn Frau von Sainte Cv⸗

lombe das Gut kauft, wirſt Du Gott danken, wenn ſie Dich

als Verwalter behält. Nicht wahr?“

„Das iſt wahr, Kathrinchen. Wir werden alt. Zwan⸗ zig Jahre ſind wir jetzt hier, und wir ſind zu ehrlich geweſen, um etwas für unſere alten Tage zuſammen zu mauſen In unſerem Alter wäre es hart, einen andern Dienſt zu ſuchen und wir würden ihn vielleicht nicht finden. Was mir leid thut, iſt, daß Fräulein Adriane das Gut nicht behält. Denn es ſcheint mir, ſie hat es verkaufen wollen, und die Frau

Fürſtin war nicht dafür.“

„Findeſt Du es nicht ſonderbar, Dupont, daß Fräulein Adriane, noch ſo jung, ſchon über ihr Vermögen verfügt?“ „Hm! das iſt ganz natürlich. Sie hat weder Vater noch Mutter mehr, alſo iſt ſie Herrin ihres Vermögens, — ganz

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