Teil eines Werkes 
2. Band (1844)
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Inneren ein röthlicher Schimmer, welcher das hohe Gras vor derſelben beleuchtete. Der Schimmer kam von einer thöner⸗ nen Lampe, in welcher ein mit Palmöl getränkter Docht von Kokosfaſern brannte. Drei Menſchen waren in dieſer ärm⸗ lichen Wohnung beiſammen. Der eine, etwa vierzig Jahre alt, war ärmlich in europäiſcher Weiſe gekleidet, und verrieth durch ſeine blaſſe, faſt weiße Hautfarbe, daß er ein Meſtize, der Sohn eines Weißen und einer Indierin war. Neben ihm ſtand ein kräftiger Neger aus Afrika, mit dicken Lippen, ſtar⸗ ken Schultern und dünnen Beinen. Sein wolliges Haar be⸗ gann grau zu werden. Er war in Lumpen gehüllt. In einem Winkel ſchlief auf einer Matte eine dritte Perſon. Dieſe drei Menſchen waren die drei Oberhäupter der Würger,

welche, auf dem Feſtlande von Indien verfolgt, mit Hülfe des

Schleichhändlers Mahal auf Java Zuflucht geſucht hatten. Der Meſtize hieß Faringhea und war der gefährlichſte Häuptling der Mörderſecte geweſen. Er wandte ſich zu dem Neger und ſagte: „Der Malaie kommt nicht zurück. Viel⸗ leicht iſt er bei Vollziehung unſerer Befehle von Dſchalma getödtet worden.“ „Vielleicht iſt er von einem giftigen Thier gebiſſen worden,

und Schlangen hauſen jetzt in ſeinem Körper,“ äußerte der 3 Neger. „Das heutige Gewitter hat alles Gewürm aus der

Erde hervorgetrieben.“

„Wer dem guten Werk dienen will, muß dem Tod zu trotzen

wiſſen,“ ſagte Faringhea mit finſterer Miene.

„Und ihn zu geben wiſſen,“ fügte der Neger hinzu.

Ein erſtickter Schrei und einige unverſtändliche Worte lenk⸗ ten die Aufmerkſamkeit der beiden Redenden auf den Schläfer. Dieſer war höchſtens dreißig Jahr alt. Sein bartloſes gelbes Geſicht, ſein langes grobes Kleid, ſein gelb und braun ge⸗ ſtreifter kleiner Turban kündigten ihn als einen echten Hindu

an. Ein Traum ſchien ſeinen Schlaf zu beunruhigen. Angſt⸗

ſchweiß ſtand auf ſeinem verzerrten Geſicht. Er ſtieß unter

Zuckungen abgebrochene Worte aus. „Ewig dieſer Traum!“

ſagte Faringhea zu dem Neger. „Ewig die Erinnerung an dieſen Menſchen!“ „An welchen Menſchen?“ fragte der Schwarze.