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muthig. Sein Haupt ruhte auf ſeinem gebogenen rechten Arm. Sein weites Kleid von weißem Muslin ließ Bruſt und Arme, würdig eines Antinous, ſehen. Marmor iſt nicht feſter und glänzender als ſeine Haut, deren Goldgelb ſcharf gegen ſein weißes Gewand abſtach. Auf ſeiner breiten ge⸗ wölbten Bruſt war eine tiefe Narbe zu ſehen, die Spur einer Schußwunde, die er empfangen hatte in Vertheidigung des Generals Simon, des Vaters von Roſa und Blanca. Denn dieſer Indier war Dſchalma. Er trug am Hals die⸗ ſelbe Medaille wie die beiden Schweſtern.
Seine Züge waren edel und reizend ſchön. Seine blau⸗ ſchwarzen Haare fielen, in der Mitte geſcheitelt, geſchmeidig, aber nicht gelockt, auf ſeine Schultern herab. Seine kühn und fein gezeichneten Brauen waren von einem eben ſo tiefen Schwarz wie ſeine Wimpern, welche ſeine unbärtigen Wan⸗ gen beſchatteten. Zwiſchen ſeinen rothen halbgeöffneten Lippen drang mühſam ſein Athem hervor. Sein Schlaf war uner⸗ quicklich, denn die Hitze ward immer erſtickender. Außen herrſchte tiefe Stille. Kein Lüftchen regte ſich. Plötzlich begannen die rieſigen Farnkräuter ſich zu bewegen, als ob ein langſam kriechender Körper ihre Stiele an der Wurzel erſchütterte. Dieſe ſchwache Bewegung hörte auf und begann wieder. Der Wechſel eines leichten Geräuſches und tiefer Stille wiederholte ſich mehrmals. Endlich kam in der Nähe des abgeſtorbenen Stammes aus den Binſen der Kopf eines Menſchen zum Vorſchein. Langes ſchwarzes Haar lag in Flechten um dieſen Kopf. Sein unheilverkündendes Geſicht hatte die Farbe grünlichen Erzes. Seine Augen glühten von wildem Feuer, und ſeine Züge drückten Verſtand und Bös⸗ artigkeit aus. Den Athem anhaltend, blieb der Menſch einen Augenblick unbeweglich und kroch dann auf Händen und Füßen weiter. Er bog jetzt die Blätter ſo ſanft auseinander, daß man auch nicht das mindeſte Geräuſch mehr vernahm und
gelangte auf dieſe Weiſe langſam und vorſichtig bis zum Stamm des abgeſtorbenen Baums, deſſen oberes Ende an das Dach des Ajupa reichte. Nachdem er von gehorcht, erhob er ſich. Abgerechnet ganz kurze ollene Beinkleider, welche ein bunter Gürtel über de ten befeſtigte, war er ganz nackt. Eine dicke Lage O


