Druckschrift 
Johanne und Louise oder Die Familien der Deportirten / von Eugène Sue ; Deutsch von Julius Werner
Entstehung
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Sylvan.

Ich habe ein Gewehr und morgen werde ich Pulver kaufen und Kugeln gießen.

Der Vorſtand.

Ach Bruder! die Republik ſchien den Bürgerkrieg durch den friedlichen Wahlkampf des allgemeinen Stimm⸗ rechts auf ewig verdrängt zu haben; die Republik hatte den Bürgern die Freiheit verkündigt, ſich am hellen Tage in Frieden zu verſammeln und ſich zur Vertheidigung des gemeinſamen Geſetzes zu verbünden, wenn dieſes jemals in Gefahr kommen ſollte; — und jetzt laſſen uns dumpfe und drohende Gerüchte einen Staatsſtreich und neue blutige Kämpfe befürchten! Und ſo ſind wir, die Vertheidiger des Geſetzes, genöthigt, uns des Nachts wie Verbrecher in der Tiefe der Wälder zu verſammeln, um uns zur Vertheidigung der von allen Seiten unter⸗ grabenen Verfaſſung zu rüſten! Wolle der Himmel, daß wir uns in unſern Befürchtungen getänſcht! Wolle der Himmel, daß die Gräuel des Bürgerkriegs unſerm Frankreich erſpart werden! Was aber auch geſchehe, wir wollen guten Muths und guter Hoffnung bleiben. Ja, wir Alle, Arbeiter und Künſtler, Bürger und Proletarier, wir Alle wollen zur Wahrung des öffentlichen Friedens, zur Wahrung der Verfaſſung zuſammenſtehen und wir werden ſie zu vertheidigen und, wenn es ſein muß, für ſie in das Exil oder in Tod zu gehen wiſſen! Wir ſchwören es! Es lebe die Republik!

Sylvan, Kleinhans und die zwei andern Zeugen des Bundes.

Wir ſchwören es! es lebe die Republik!

Es lag etwas Rührendes und Großes zugleich in

dieſem gläubigen und hoffnungsvollen Aufrufe, den dieſe

fünf Männer mitten in der Nacht in dieſer tiefen Ein⸗

ſamkeit zum Himmel aufſandten. — — —