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Abſtand nachzudenken, der ſtets zwiſchen ihr und mir ſtattfinden muß. Zum erſtenmale fühlte ich, daß es eine Brandmarkung, eine Schande giebt, die durch nichts zu verwiſchen iſt. — Seit dieſem Tage verläßt mich dieſer Gedanke nicht mehr. — Ich brüte un⸗ willkürlich und unabläſſig darüber; ſeit dieſem Tage finde ich kei⸗ nen Augenblick Ruhe mehr.“
Marie trocknete die Thränen aus ihren Angen.
Der Geiſtliche aber ſprach, nachdem er ſie einige Augenblicke mit zärtlichem Mitleiden betrachtet hatte:
„Bedenken Sie, mein Kind, daß Madame Georges, da ſie in Ihnen eine Freundin der Mademviſelle Dubreuil zu ſehen wünſchte, Sie dieſer Freundſchaft für würdig hielt. Die Vorwürfe, die Sie ſich ſelbſt machen, gelten faſt Ihrer zweiten Mutter.“
„Ich weiß es, mein Vater, ich habe gewiß Unrecht; aber ich kann meine Scham und meine Scheu nicht überwinden. Es iſt nych nicht Alles; ich will allen Muth zuſammennehmen, um Ih⸗ nen Alles zu erzählen.“
„Fahren Sie fort, Marie; bis hierher zeugen Ihre Bedenk⸗ lichkeiten oder vielmehr Ihre Gewiſſensbiſſe für Ihr Herz.“
„Als Clara in der Meierei war, war ich ſo traurig, als ich glucklich zu ſein gehofft hatte; ſie dagegen war ganz heiter. Man hatte ihr ein Bett in meinem Stübchen aufgeſchlagen. Den er⸗ ſten Abend, ehe ſie ſich niederlegte, küßte ſie mich wieder und ſagte, ſie liebe mich ſchon, ſie fühle ſich zu mir hingezogen; ſie forderte mich auf, ſie blos Clara zu nennen, wie ſie mich Marie nennen würde. — Dann betete ſie zu Gott und ſagte, ſie würde meinen Namen in ihr Gebet einſchließen, wenn ich es auch für ſie thun wollte. Ich wagte es nicht, ihr dies abzuſchlagen. Nachdem ſie noch eine Zeitlang geplaudert hatte, ſchlief ſie ein; ich, ich hatte
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