308 der eben ſo viel Vertrauen als Liebe beſaß, ihre Schänd⸗ lichkeit. — Man ſagte, er hätte ſeine Frau ermorden wol⸗ len? —
— Ja, aber Dank den Vorſtellungen Sr. Hoheit! war er damit zufrieden, daß ſie zeitlebens auf die Feſtung gebracht wurde. Und dieſen Kerker will Seine Hoheit nun zu unſerm beiderſeitigen Erſtaunen öffnen.
— Offen geſagt, wundere ich mich um ſo mehr über Seine Hoheit, als der Commandant der Feſtung
oft genug über den unzähmbaren Charakter dieſes Wei⸗ bes berichtet hat. Aber trotzdem beſteht Seine Hoheit darauf, Cecilh hierher bringen zu laſſen. Wozu? Warum? — Das weiß ich eben ſo wenig, wie Sie, lieber Baron. Aber es iſt ſchon ſpät und Se. Hoheit wünſcht, daß der Courier ſobald als möglich nach Gerolſtein ab⸗
geht. — Er wird noch vor 2 Uhr unterwe
Pſein. Nun
Adieu! Bis auf⸗heut Abend. — Heut Abend? — Baben Sie denn ſchon vergeſſen, daß großer Ball bei der ssſchen Geſandtſchaft iſt, und daß Seine Boheit hingehen will? Wahrhaftig! Seit der Abweſenheit des Ober⸗ ſten Warner und des Grafen Harneim vergeſſe ich im⸗ mer, daß ich zugleich die Dienſte eines Kammerherrn
und Adjutanten verſehe. — Sie wiſſen, daß Seine Hoheit ſie entfernt hat, um weniger beobachtet zu ſein. Was die Aufträge be⸗ trifft, die den Einen nach Avignon, den Andern nach Straßburg entfernten, ſo werde ich ſie Ihnen mitthei⸗


