— Madame Georges, die Frau des Schulmeiſters, verwandt mit dem Marquis von Harpville? — rief ber Baron erſtaunt aus.
— Ja; ſie iſt eine Couſine ſeiner Mutter und eine theure Freundin von ihm.
— Aber wie konnte die Familie ſie an dies Unge⸗ heuer von Duresnel verheirathen?
— Der Vater der Unglücklichen, ein Herrv. Lagny⸗ beſaß vor der Revolution ein ungeheures Vermögen und entging der Verbannung. In den erſten Tagen nach jener ſchrecklichen Zeit dachte Herr von Lagnh daran, ſeine Tochter zu verheirathen. Duresnel, der einer alten Familie angehörte, wurde eingeführt; er war reich und verſtand es damals, ſeine ſchlechten Abſichten unter der Maske der Heuchelei zu verbergen. Er heirathete Fräu⸗ lein von Lagny. Bald kamen die Laſter dieſes Menſchen zum Vorſchein; ein Verſchwender und gräßlicher Spieler machte er ſeine Frau grenzenlos unglücklich. Sie klagte nicht, verheimlichte ihren Kummer und zog ſich nach dem Tode ihres Vaters auf eines ihrer Güter zurück, das ſie ſelbſt bewirthſchaftete, um ſich zu zerſtreuen. Bald hatte ihr Mann nicht nur ſein, ſondern auch ihr Vermögen verſpielt; das Gut, wohin ſie ſich zurückgezogen hatte, wurde Lerkauft. Da nahm ſie ihren Sohn, verließ ihren Mann und ging zu ihrer Freundin, der Marquiſe, die ſie zärtlich liebte. Nachdem Duresnel ſein und ſeiner Frau Vermögen verſchwendet hatte, ſuchte er im Ver⸗ brechen neue Quellen, um ſein Treiben fortzuſetzen; er wurde Fälſcher, Dieb und Mörder und zeitlebens zu den Galeeren verurtheilt, nahm er ſeiner Frau den Sohn


