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Antonine Jourdan, die ſich noch unter dem Ein⸗ druck der tragiſchen Ereigniſſe des geſtrigen Abends befand, hatte an dieſem Tag auf ihre Muſikſtunden verzichtet.
Wie wir bereits geſagt haben, ſchmückten zwei Bilder das Studirzimmer der jungen Künſtlerin, das Portrait ihrer Mutter und das Daguerreotyp ihres Bräutigams Albert Gerard in der Uniform der Chaſſeurs d'Afrique.
Das Daguerreotyp iſt verſchwunden.
Antonine Jourdan kniet in frommer Sammlung vor dem Portrait ihrer Mutter; ſie hat andächtig die Hände gefaltet und ſcheint zu beten, während ihre Augen auf dem mütterlichen Bilde haften, das ſie mit einem Ausbruck zärtlicher und religiö⸗ ſer Anbetung anruft.
Ihre blaſſen, von der Schlafloſigkeit ermatteten Züge ſind ruhig, ernſt, aber nicht niedergeſchlagen; ſie athmen im Gegentheil eine Art von ſchwermü⸗ thiger Gelaſſenheit.
Auf einmal hört ſis klingeln; ſie ſteht auf und öffnet, da ihre Dienerin gerade abweſend iſt, ſelbſt
die Thüre. Sie iſt höchlich erſtaunt, als ſie die 1


