Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Perſönlichkeiten zur Wahrheit gewordenen Ideale hervorrufen mußten. Dieſer Eindruck wurde unaus⸗ ſprechlich, als am Ende des Duetts ihre Stimmen in einer letzten, langen, zuckenden und beinahe magnetiſch wirkenden Vibration verſchmolzen und ſich in einer Hymne des Triumphes, der Dankbar⸗ keit und der ewigen Liebe zum Himmel emporzu⸗ heben ſchienen.

Wolfrang und Sylvia, die jetzt von übermenſch⸗ licher Schönheit ſtrahlten, vergaßen was um ſie her exiſtirte und empfanden, in die Unendlichkeit ihrer Liebesglut hingeriſſen, den Schwindel des Luft⸗ ſchiffers, der ſich in die blendenden Regionen von Azur und Licht fortgetragen ſieht, ſo daß die Erde ſich in einen Schatten hüllt und ſeinen Blicken ent⸗ ſchwindet.

Dieſes Gefühl, das ſich der Zuhörer Wolfrang's und Sylvias bemächtigt hatte, wollen wir zu ſchil⸗ dern verſuchen, weil der Einfluß der Kunſt auf die erhabenſten oder auch die mittelmäßigſten Naturen, wofern ſie nicht aus gänzlichem Mangel an Bega⸗ bung vollſtändig widerſpenſtig ſind, ſich ſtets in directem Verhältniß zu ihrem vorherrſchenden und gegenwärtigen Gedanken kundgibt.

Da alſo das Duett, das Wolfrang und Sylvia ſangen, die zu ihrer höchſten Macht geſteigerte Liebe ausdrückte und folglich mehr oder weniger die Ge⸗ fühle derjenigen von unſern Perſonen überſetzte, die ſich dermalen unter dem Einfluß dieſer Leidenſchaft befanden, mochte nun die Natur derſelben zart oder plump ſein, ſo mußten dieſe Perſonen ihre Leiden⸗