Teil eines Werkes 
5. Band (1856)
Entstehung
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realiſirt. Selbſtmord befreite ihren Vater von den Bangigkeiten des Todeskampfes, die ihn ſicher ge⸗ quält, wenn er hätte denken müſſen, daß ſeine Toch⸗ ter, jung, ſchön und den Sorgen und Verſuchungen der Noth ausgeſetzt, ihn überleben werde . .

Genevieve bemerkte nicht, daß die Thüre leiſe von Joſettens Mutter geöffnet wird und kniet auf dem Teppich unfern von dem Sarge ihres Alten; mit der Schärfung eines Küchenmeſſers an einem Sandſtein beſchäftigt. . . unterbricht die Amme zu⸗ weilen ihre Arbeit, um den Finger über die Schneide der Klinge oder an der Spitze hinlaufen zu laſſen. . dann ſchüttelt ſie den Kopf mit zufriedener Miene, indem ſie beſtändig einige Worte wiederholt . . . ihre Phyſiognomie iſt finſter, ihr düſteres, glühendes und von den Thränen geröthetes Auge, deſſen Quel⸗ len erſchöpft ſind, ſchleudert bisweilen wilde Blicke. Plötzlich läßt ſie ihr Meſſer auf dem Sandſteine

liegen, erhebt ſich langſam, nähert ſich Charles Del⸗ marens Sarg . .. betrachtet ihn mit leidenſchaftli⸗ cher Zärtlichkeit und küßt ihn mit wildem Stolze mehrmals auf die Stirne:

„Welch' ſchöner Tod . .. mein Charles .. Du warſt das ſchönſte Kind . . . der ſchönſte junge Mann, den ich geſehen . . . und biſt der ſchönſte Todte, den man ſehen kann!. . . Ich liebe Dich noch mehr, ſeit Du todt biſt. . . als da Du lebteſt und Dich mit Schmerzen nährteſt! . . . Du wirſt Deine alte Amme nicht lange erwarten. . . geh! mein Al⸗ ter! Sie hat einen einzigen Schmerz . ihre Ge⸗ beine werden weit von den Deinen ruhen . . . aber „ach! ich habe Dir oft geſagt, mein Charles.