Maurice, welcher jetzt im Beſitze einer Erbſchaft von fünfmalhunderttauſend Franken war, eines in ſeinen Augen beinahe unerſchöpflichen Schatzes, ärgerte ſich vielleicht mehr über die Urſache der Enterbung, die ihm gerade verkündet worden, als über dieſe ſelbſt. Er mußte wirklich ſeinen Vater, an deſſen zärtlicher Liebe er niemals gezweifelt, unheilbar verletzt haben, daß dieſer ihn ſo gänzlich enterbte; und obgleich es ſich wahrſcheinlich um den Verluſt von ungefähr einer Million handelte, ſchmerzte Maurice in dieſem Augen⸗
blick doch weniger dieſer Verluſt, als die unerbittliche
Abneigung und das abſolute Loslöſen, das ſich darin ausſprach, daß ſein Vater zu einer ſo ertremen Maß⸗ regel griff. Nachdem er einen Moment geſchwiegen, verſetzte er deßhalb im alterirtem Tone:
„Es wird mir ſchmerzlicher ſein, auf Ihre Liebe zu verzichten, als auf Ihr Vermögen, mein Vater.“
„Eitle Worte, denen eine Thatſache widerſpricht, von der ich ſoeben Zeuge war, mein Herr: der Ver⸗ luſt der Erbſchaft Ihrer Mutter hat Sie ſchmerzlicher berührt, als ihr Tod. Was mich betrifft, ſo werden Sie ohne Zweifel das Ende meiner Laufbahn nicht herbeiwünſchen, da Sie wiſſen, daß Sie nichts von mir zu erwarten haben!“
„Ach, mein Vater, Sie ſind mitleidslos!“
„Sie täuſchen ſich. Die Zukunft, die Sie ſich durch. Ihre Ausſchweifungen bereiten, flößt mir für Sie ein tiefes Mitleid ein; ich will, daß der Sohn, dem ich das Leben geſchenkt, trotz ſeiner Verſchwen⸗ dung, vor Kälte und Hunger für immer geſchützt ſei.“
„Ich werde nie in dieſen Fall kommen, mein Vater.“


