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müſſen ſie hübſch theuer bezahlen, denn Sie ſind ab⸗ ſcheulich häßlich.“
Und ſich an Angelo wendend:
„Wie? iſt das nicht gemein? ſich von einem ſolchen Vogel füttern laſſen!“
Bleich, zornig, tief verletzt, nahm die Gräfin ihre ſtolze Haltung der vornehmen Dame an, maß von der Höhe ihrer edlen, anmuthigen Geſtalt die kleine Frau mit den beinahe rothen Haaren und ſagte zu ihr mit einer niederſchmetternden Verachtung:
„Sie hatten einſt die Frechheit, die Schamloſigkeit, ſich bei mir im Hotel Villetaneuſe einzufinden, wo ich Sie behandelte, wie Sie es verdienten . . . Madame! Doch heute . . .“
„Ha! ha! ha! ſprechen Sie doch ein wenig von dieſer Zeit,“ unterbrach Madame Bayeul ihre Neben⸗ buhlerin mit einem beleidigenden Gelächter. „Ich habe Ihnen den Grafen, Ihren Gemahl, weggeſchnappt, und er hat ſie meinetwegen vor die Thüre geſetzt. Hat man dergleichen je geſehen! das ſpricht von ſeinem Hotel, das macht ſeinen Kopf! das ſpielt die Herzogin! und das wird monatweiſe unterhalten von einem garſtigen alten Mann.“
Die Stammgäſte des Spielhauſes nahmen mit einer geräuſchvollen Heiterkeit die groben Ausfälle von Ma⸗ dame Bayeul auf. Der Grieche blieb, trotz ſeiner ge⸗ wöhnlichen Frechheit, ſtill und einfältig wie ein Menſch, der der Gegenſtand eines weiblichen Streites geworden iſt; verwirrt, gereizt, erröthete Herr Badinean bis unter die Augen, wagte es aber nicht, eine Sylbe zu reden; Frau von Villetaneuſe erkannte zu ihrer Verzweiflung, daß ſie bei dieſem Streite nicht gegen eine Creatur kämpfen könnte, welche vor keinem Cynismus der Sprache zurückzuweichen im Stande war; die Gegenwart von Angelo, die Ungewißheit, in der ſie über die Projerte Die Familie Jonffroy. U. 31


