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Ihnen, Ihrem Sohne, was für eine Frau Sie ind.“
„Mein Herr,“ erwiederte die Courtiſane mit Er⸗ gebenheit, „Sie beſitzen mein Geheimniß, mein Leben iſt in Ihren Händen. Ich werde gehorchen. Ja, meine Herrſchaft über Herrn von Villetaneuſe iſt unbegrenzt. Ja, ich bin beinahe ſicher, er wird dieſe Heirathspro⸗ jecte, die ihn von einem nahe bevorſtehenden und unver⸗ meidlichen Ruin retteten, wieder anknüpfen. Ja, wenn ich mich zu dieſer Stunde zu ihm begebe, kann ich ihn, wie ich glaube, beſtimmen, daß er an die Familie Jouff⸗ roy ſchreibt: unterrichtet von dem gräßlichen Unglück, von dem ſie betroffen worden, und deſſen unwillkürliche Urſache er ſei, bitte er ſie flehentlich, ihm die Hand von Mademoiſelle Jouffroy zu bewilligen. Ja, ich glaube, daß mir dies gelingen wird. Ihre Drohung, mein Herr, würde mich das Unmögliche verſuchen laſſen. Ich werde alſo gehorchen. Doch bedenken Sie . Ich kenne Herrn von Villetaneuſe. Dieſe Heirath wird das Unglück Ihrer Couſine ſein.“
„Sie hat Recht,“ ſagte der Vetter Rouſſel. „Be⸗ denke, daß der Graf ohne Zögern auf die Heirath verzichtet hat, und geht er ſie nun ein, welche Bürg⸗ ſchaft des Glückes bringt er Aurelie? Nimm Dich in Acht! Du entſcheideſt in dieſem Augenblick über ihr Le⸗ ben! Nimm Dich in Acht!“
Der junge Goldſchmied war vom Ernſte, von der
Richtigkeit dieſer Worte ergriffen. Einem bangen Zö⸗ gern preisgegeben, ſchwieg er einen Angenblick, alsdann agte er: 6 „Aber, mein Gott! Aurelie liebt dieſen Menſchen leidenſchaftlich! Sie wollte ſich tödten, ſie iſt im Stande, einen neuen Selbſtmord zu verſuchen, und dieſes ent⸗ ſetzliche Ereigniß wäre meine ewige Verzweiflung! Nein, nein! ſie lebe! ſie heirathe dieſen Menſchen! ihr Geſchick gehe in Eyfüllung!“


