Teil eines Werkes 
3. Band (1856)
Entstehung
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ſtab für die Beurtheilung dieſes Menſchen? Zeigen ſie Ihnen nicht, welchen Glauben man den Verleum⸗ dungen dieſes Menſchen ſchenken kann. Sie hätten ſich, meine Tante, den Kummer und Unwillen, ſie anzuhören, erſparen können, wenn Sie gleich anfangs, wie ich Ihnen rieth, Herrn Delmare aufgefordert hätten, auf die Beſchuldigung, die auf ihm laſtet, mit Ja oder Nein zu antworten . . . Denn der Bruder Ihres Gatten iſt von ihm ermordet worden . . . ſeine Ge⸗ genwart hier iſt nicht länger ſtatthaft . . . Jeane kann jeden Augenblick eintreten . . . und den Mör⸗ der ihres Vaters hier finden . . .“

Die letzten Worte machten großen Eindruck auf Madame Dumirail, deren Gemüth außerdem durch ſo viele finſtere Enthüllungen gepeinigt war, und ſagte zu Charles Delmare:

„Mein Herr, Sie ſind ein Ehrenmann . . . ant⸗ worten Sie mir offen. Man beſchuldigt Sie, meinen Schwager im Duell getödtet zu haben .. iſt das wahr?“

„Es iſt wahr, Madame,“ antwortete Charles Delmare. „Ich geſtehe, ich hatte dieſes Unglück..“

„Ach, mein Herr!“ verſetzte Madame Dumirail ſchauernd, „und nach einem ſolchen Unglück haben Sie ſich nicht geſcheut, die Liebe unſerer Familie ſich zu erſchleichen; Sie wagten es . . .

„Ich wagte es, Madame, mich zu bemühen, einer Familie meine Ergebenheit zu beweiſen, in deren Schooß ich unfreiwillig die Trauer getragen; ich ver⸗ ſuchte, auf dieſe Weiſe den unglückſeligen Mord zu ſühnen; das iſt mein Verbrechen . Ich wagte es ferner, nach Paris zu kommen, in der Hoffnung,