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Dieſe Anſcheine täuſchten Charles Delmare in keiner Hinſicht; er hatte bis aufs Blut die Eitelkeit von San Privato verwundet und wußte wohl, daß ſolche Wunden, beſonders ſchmerzlich für diejenigen, welche ſich vor der Lächerlichkeit geſchützt glauben ſollten, ihnen um ſo ſchmerzlicher ſind, als ſie dieſelben ver⸗ bergen, und dieſe Wunden, wenn man ſo ſagen darf, nach innen bluten. Charles Delmare ſah alſo mit Recht einen Todfeind in San Privato; ſeine kalte Verſtellung, ſeine mächtige Selbſtbeherrſchung, ſein hinterliſtiger Geiſt, der unbeſtreitbare Reiz ſeiner Perſon, Alles bis auf die gemeine Späherei, die er ſich am Mor⸗ gen erlaubt hatte, ein flagranter Beweis von ſeiner üichtſcheuen Verdorbenheit machten ihn furchtbar in den Augen von Charles Delmare. Weit entfernt, dieſen gefährlichen Gegner zu verachten, hielt er ſich aufmeriſam vertheidigungsweiſe, und Albert Finte für Finte erwiedernd, wünſchte er ihm mit einer ſcheinbaren Gutmüthigkeit Glück zur Linderung ſeiner Migräne.
Das Geſpräch dauerte ein paar Augenblicke über einen unbedeutenden Gegenſtand, als San Privato bei einer der Wendungen der bergigen Straße, von wo aus man ein ungeeures, von der Morgenſonne beleuchtetes und den entzückten Augen Wunder von Licht und Schatten bietendes Panorama erſchaute, ſtehen blieb, und indem er ſich den Anſchein gab, als wäre er plötzlich betroffen beim Anblicke der Herr⸗ lichkeiten dieſer großartigen Natur zu Maurice ſagte:
„Welch ein wundervoller Anblick! das iſt glän⸗ zend! Ah! wie Schade iſt es, und Du mußt das hundertmal beſſer wiſſen als ich, Maurice, Du ein


