Teil eines Werkes 
[1.-11. Bändchen] (1854)
Entstehung
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VIII.

Herr Jean Baptiſte Joufftoy, lange Zeit Chef eines großen Seidenhandelshauſes, hatte die Geſchäfte nach Realiſirung eines bedeutenden, fleißig, verſtändig und redlich erworbenen Vermögens aufgegeben. Von einer ängſtlichen Ehrlichkeit, von einem leicht zugänglichen und offenen Charakter, von einem vortrefflichen Herzen, von ſchwachem, ein wenig beſchränktem Geiſte, abge⸗ ſehen von ſeiner vollkommenen Fähigkeit für den Han⸗ del, unterzog ſich Herr Jouffroy mit Liebe dem Joche ſeiner Frau, die ihn vollkommen ſeit ihrer mehr als zwanzigjährigen Ehe beherrſchte.

Madame Sophie Jouffroy, die Gebieterin des Hauſes in der vollen Bedentung des Wortes, ſehr er⸗ fahren in den Geſchäften, die Handlungsbücher ſo gut als der beſte Commis führend, eine ſorgfältige und thätige Wirthſchafterin, raſch, behende, herriſch, häufig aufbrauſend, das zahlreiche Perſonal ihres gro⸗ ßen Magazins ſtrenge haltend, hatte durch die Ord⸗ nung, durch die Sparſamkeit, durch die Regelmäßig⸗ keit ihrer häuslichen Verwaltung mächtig zur Ver⸗ mehrung des Vermögens ihres Gatten beigetragen.

Herr und Madame Jouffroy hatten zwei Töchter. Die Aeltere, Marianne, war ziemlich häßlich und hinkte in Folge eines Unfalls, der ſie mehrere Jahre vorher betroffen hatte. Die Jüngere, Aurelie, war, von blendender Schönheit, das Idol des Hauſes. Trotz dieſer Vergötterung blieb das Miädchen einfach, treuherzig, liebfreundlich; ein verzogenes, durch Schmeichelei verdorbenes Kind, ließ ſie ſich allerdings verziehen und ſchmeicheln; doch ſie nahm mit einer ſo zärtlichen Dankbarkeit und einer ſo reizenden Anmuth die Bevorzugungen ihres Vaters und ihrer Mutter und