Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 10.-13. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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Madame Raymond.

„Ein Urtheil .. angenommen, es ſei nicht irrig ſetzt das tiefe Studium eines Charakters, eine Schätzung gegründet auf die Kenntniß gewiſſer That⸗ ſachen voraus, nicht wahr?

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„Allerdings, Madame.

Madame Raymond.

„Ein Eindruck iſt von ganz anderer Natur; der Inſtinct, die Sympathie, oft nicht minder unwillkür⸗ lich, nicht minder trügerifch als das entgegengeſetzte Gefühl, genügen, um uns einen erſten günſtigen oder ungünſtigen Eindruck zu geben, der ſpäter oft völlig Lügen geſtraft wird durch die genaue Kenntniß der Per⸗ ſon, über die man ſich gönſcht hat.

Ich⸗

„Madame, mir ſcheint, es liegt eine gewiſſe Spitz⸗

findigkeit in dieſer Unterſcheidung. Madame Raymond.

„Nein, dieſe Unterſcheidung iſt ſehr wichtig, Herr Dupleſſis, und ich beharre dabei, weil ich mir in mei⸗ nem Leben nicht erlaubt habe, leichtſinnig ein Urtheil zu fällen oder eine Anſchuldigung gegen irgend Jemand zu erheben . Glaubte ich Jemand meine Achtung ſchenken oder entziehen zu müſſen ſo gab ich keiner Hinreißung nach, ſondern ich handelte offenkundigen, erwieſenen Thatſachen gemäß; und beging ich unglück⸗ licher Weiſe einen Irrthum, ſo hatte ich doch wenig⸗ ſtens das Bewußtſein, mich redlich getäuſcht zu haben .

„Ich bin hievon überzeugt, Madame, und .. Madame Rahmond.

„Erlauben Sie mir, Herr Dupleſſis, die Sache

iſt ſehr ernſter, ſehr zarter Natur; es handelt ſich um

Ihre Zukunft, um die von Frau Jefferſon, und ich

würde es grauſam bedauern, wenn ich denken müßte,

um der Harinäckigkeit Ihres Vertrauens zu mir zu